Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Ausstellung im EU-Parlament zeigt von Deutschen geraubte polnische Kunst

02.09.2026 10:38
Im Europäischen Parlament in Brüssel ist eine Ausstellung über Kunstwerke und Kulturgüter eröffnet worden, die während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Besatzern aus Polen geraubt wurden. Die Ausstellung trägt den Titel „Von den Deutschen 1939–1945 geraubt. Niemals zurückgegeben“ und soll auf weiterhin vermisste oder nicht zurückgegebene Kulturgüter aufmerksam machen.
Bild:
Bild:Shutterstock.com

Einer der Initiatoren der Ausstellung, der Europaabgeordnete Arkadiusz Mularczyk (PiS), warf Deutschland vor, die Frage der Rückgabe bis heute nicht systematisch zu regeln. Hunderttausende polnische Kunstwerke, Kulturgüter, Skulpturen, Gemälde und Buchsammlungen seien geraubt worden und bislang nicht zurückgekehrt.

„Die deutschen Nazis haben Polen ausgeraubt, damit ihre Familien bereichert, und heute bereichern sich deren Kinder und Enkel weiterhin daran. Sie handeln mit diesen Dingen und verkaufen sie auf dem Schwarzmarkt. Viele befinden sich irgendwo inoffiziell oder offiziell in deutschen Museen, wo der deutsche Staat erneut Einnahmen daraus erzielt“, sagte Mularczyk. Es sei für Polen „äußerst empörend“, dass Deutschland die Angelegenheit nicht systematisch regeln wolle. Polen erhalte jedes Jahr lediglich einige Dutzend geraubte Kulturgüter zurück – „ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte er. 

Raffaels „Bildnis eines jungen Mannes“ im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Abbildung von Raffaels „Bildnis eines jungen Mannes“, das Anfang des 16. Jahrhunderts entstand. Das Gemälde gilt als das wertvollste Kunstwerk aus polnischen Museen, das während des Zweiten Weltkriegs verschollen ist.

Der Europaabgeordnete Jacek Ozdoba (PiS), Mitautor der Ausstellung, sagte, Kunstwerke, die sich heute in Museen sowie in privaten Sammlungen deutscher und österreichischer Bürger befänden, hätten dort niemals hingelangen dürfen.

„Wenn Deutschland seine Vergangenheit aufarbeiten will, dann muss es die Dinge zurückgeben“, sagte Ozdoba. Das in der Ausstellung gezeigte Raffael-Gemälde symbolisiere das wertvollste geraubte Kunstwerk. „Wir wissen nicht, wo sich dieses Bild befindet. Wir wissen, dass sein Rahmen im Czartoryski-Museum in Krakau steht“, fügte er hinzu.

Nach Angaben des Europaabgeordneten Adam Bielan (PiS) sind bislang rund 517.000 Artefakte und Kunstwerke nicht von Deutschland an Polen zurückgegeben worden.

Bielan verwies unter anderem auf das im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen geraubte Manuskript „Gaude Mater Polonia“. Das für die Stadt Płock wichtige Schriftstück sei im Juni dieses Jahres nach zahlreichen Interventionen polnischer Politiker zurückgegeben worden. „Tatsächlich hat erst die Beschämung Deutschlands auf internationaler Ebene, auf europäischer Ebene, Wirkung gezeigt“, sagte Bielan. Eine aktive Geschichtspolitik auch im Europäischen Parlament sei deshalb wichtig.

Systematische Beschlagnahmung während der Besatzung

Bereits zu Beginn der deutschen Besatzung Polens hatten die deutschen Behörden den Zugriff auf Kunstwerke und andere Kulturgüter organisiert. In den von Deutschland annektierten polnischen Gebieten wurden Vorschriften erlassen, nach denen praktisch das gesamte Eigentum polnischer Bürger der Kontrolle der deutschen Behörden unterlag.

Beschlagnahmungen von Kunstwerken in besetzten Gebieten verstießen gegen die Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung von 1907 zum Schutz von Kulturgütern und Kunstwerken. Die deutschen Behörden bezeichneten die Konfiskationen als „Sicherung“ von Eigentum.

Betroffen waren sowohl komplette Sammlungen als auch einzelne Kunstwerke, Münzen und andere numismatische Objekte, seltene Bücher und historische Drucke, religiöse Gegenstände sowie zahlreiche weitere Kulturgüter aus öffentlichen und privaten Sammlungen.

 

PAP/jc

Gestohlenes Manuskript kehrt aus Frankreich nach Polen zurück

13.02.2026 06:00
Polen erhält ein wertvolles Manuskript zurück, das einst aus den Beständen der Universitätsbibliothek in Wrocław gestohlen worden war. Es handelt sich um eine in Frankreich gefundene Handschrift aus dem 15. Jahrhundert mit Werken des heiligen Augustinus. Das Dokument wurde in Paris offiziell an die Ministerin für Kultur und nationales Erbe, Marta Cienkowska, übergeben.

Polen hat fast 900 geraubte Kulturgüter zurückerlangt

22.04.2026 10:32
Die Rückführung geraubter Kunstwerke gehört nach Angaben der polnischen Kulturministerin zu den zentralen Aufgaben ihres Ressorts. Seit 2008 seien insgesamt 899 Objekte aus 14 Ländern nach Polen zurückgekehrt, sagte Marta Cienkowska am Dienstag im Nationalmuseum in Warschau.

Raubkunst: Ring von Sigismund dem Alten kehrt nach Krakau zurück

02.07.2026 12:34
Der Ring gehört zu den wertvollsten Erinnerungsstücken an den polnischen König. Königin Bona legte ihn Sigismund am Tag seiner Beerdigung an den Finger.