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Ukrainer in Polen fühlen sich zunehmend unsicher

02.09.2026 10:48
In Polen wächst die Ablehnung gegenüber Ukrainern. Das hat nach Einschätzung der Soziologin Dominika Blachnicka-Ciacek auch Folgen für das Sicherheitsgefühl der Ukrainer im Land. Besonders bemerkbar mache sich das inzwischen im Alltag: Selbst Ukrainer, die gut Polnisch sprechen und mit Polen arbeiten, hätten Schwierigkeiten, enge Freundschaften zu schließen.
Die Solidaritt mit der Ukraine war in Polen nach Beginn des russischen Groangriffs enorm. Doch inzwischen wchst die Ablehnung gegenber Ukrainern  und damit auch das Gefhl der Unsicherheit.
Die Solidarität mit der Ukraine war in Polen nach Beginn des russischen Großangriffs enorm. Doch inzwischen wächst die Ablehnung gegenüber Ukrainern – und damit auch das Gefühl der Unsicherheit.Anita Walczewska/ EAST NEWS

„Sehr oft geben selbst diejenigen Ukrainer, die fließend Polnisch sprechen und mit Polen arbeiten, zu, dass es nicht besonders einfach ist, mit uns Freundschaften zu schließen“, sagte Blachnicka-Ciacek von der Universität Warschau der Nachrichtenagentur PAP. 

Angst, Ukrainisch zu sprechen 

Die Wissenschaftlerin beobachtet zudem, dass sich unter Ukrainern in Polen zunehmend die Sorge verbreitet, Ukrainisch in der Öffentlichkeit zu sprechen. „Dieses Gefühl der Angst scheint etwas zu sein, das es früher nicht gab“, sagte sie.

Nach Angaben der Soziologin zeigen Untersuchungen der Stiftung „Stand with Ukraine“, dass die Ablehnung gegenüber Ukrainern erstmals während des Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr deutlich zugenommen habe.

Damit könnte sich auch das Verhältnis zwischen Polen und Ukrainern verändern. Denn nach Beginn des russischen Großangriffs war die Unterstützung in Polen außergewöhnlich groß. Rund 70 Prozent der Bevölkerung halfen damals Ukrainern, etwa sieben Prozent nahmen Geflüchtete bei sich zu Hause auf. Dieses Vertrauen und die damit verbundenen positiven Gefühle könnten nun verloren gehen, warnt die Forscherin. 

Integration ist keine Einbahnstraße 

Blachnicka-Ciacek betont, Integration dürfe nicht allein als Aufgabe der Zugewanderten verstanden werden. Zwar müssten Migranten die Sprache lernen, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Gleichzeitig müsse aber auch die Gesellschaft bereit sein, die Neuankömmlinge aufzunehmen.

Die Ukrainer seien grundsätzlich offen für eine Integration in Polen. „Aber die Polen sind nicht immer bereit, diesen Schritt zu gehen“, sagt die Soziologin.


PAP/jc 

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