Die Zahl der Todesopfer der Sturzflut am Grenzgebiet zwischen Nepal und China ist inzwischen auf 1130 gestiegen, 3916 weitere werden vermisst. Im von China kontrollierten Tibet wurden nach Angaben der Behörden zuletzt 16 Tote und 546 Vermisste gemeldet. Insgesamt werden damit in der Region 4462 Menschen vermisst.
Hilfe erreicht schwer zugängliche Gebiete
Eine der größten Herausforderungen sei derzeit, Menschen zu erreichen, die von der Außenwelt abgeschnitten sind, sagte Ireneusz Krause, stellvertretender Direktor von Caritas Polen. „Die größten Kosten entstehen derzeit unter anderem dadurch, zu den Menschen zu gelangen, die von der Hilfe abgeschnitten sind.“
Die Flut zerstörte nach Angaben der Hilfsorganisation 35 Straßenbrücken und 45 Hängebrücken.
Die Betroffenen werden noch über Monate Hilfe benötigen, unter anderem für den Wiederaufbau von Häusern und Arbeitsplätzen.
Mehr als 700 Familien in den Katastrophengebieten meldeten, dass ihre Lebensmittelvorräte zur Neige gingen. Einige Menschen seien gezwungen, bei Nachbarn unterzukommen. Um abgelegene Gebiete zu erreichen, seien Hubschrauber notwendig. Ein Flug koste mehr als 44.000 Zloty (rund 10.300 Euro), sagte Krause.
Die Caritas Nepal hat unterdessen Küchen eingerichtet, die rund 300 Familien mit Mahlzeiten versorgen. Gemeinsam mit örtlichen Partnern soll die Hilfe auf Gebiete ausgeweitet werden, die bislang noch nicht erreicht werden konnten. Außerdem wurden dringend benötigte Medikamente in die betroffenen Regionen gebracht, um die medizinische Grundversorgung aufrechtzuerhalten.
Wiederaufbau wird Monate dauern
Caritas Polen rechnet damit, dass die betroffenen Menschen auch in den kommenden Monaten Unterstützung benötigen werden. Unter anderem müssten zerstörte Häuser und Arbeitsplätze wieder aufgebaut werden.
Die Sturzflut ereignete sich am 26. August nach einem plötzlichen Gletscherbruch in den Hochlagen des Himalaya. Eine gewaltige Flutwelle aus Wasser, Geröll und Schlamm strömte durch Flusstäler auf beiden Seiten der Grenze und zerstörte Brücken, Straßen und ganze Ortschaften.
Die Katastrophe gilt als schwerste Naturkatastrophe in Nepal seit dem verheerenden Erdbeben von 2015. Damals kamen fast 9000 Menschen ums Leben.
IAR/jc