Das Unglück ereignete sich am Mittwoch gegen 11.30 Uhr an einem Bahnübergang in Sokolniki Suche nahe der Nationalstraße 12 in der Woiwodschaft Masowien. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler fuhr der Lastwagen trotz roter Ampel auf die Gleise. Der Zug der Eisenbahngesellschaft PKP Intercity war auf der Strecke von Lublin nach Stettin unterwegs. Bei dem Zusammenstoß entgleisten die Lokomotive und die beiden ersten Waggons. An Bord befanden sich mindestens 114 Menschen, darunter drei Besatzungsmitglieder.
Eine Tote, mehrere Schwerverletzte
Acht Menschen mussten nach dem Unfall in Krankenhäuser in Radom und Kielce gebracht werden. Eine Passagierin erlag dort ihren Verletzungen. Vier weitere Menschen befinden sich nach Angaben der Behörden in schwerem Zustand. Unter ihnen sind der Lokführer und der Fahrer des Lastwagens.
Wegen ihres Gesundheitszustands konnten die beiden Fahrer bislang nicht von den Ermittlern befragt werden. Die Staatsanwaltschaft will unter anderem klären, ob sie zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss standen.
Nach ersten Erkenntnissen soll der Lastwagen trotz roter Ampel auf den Bahnübergang gefahren sein. fot. Leszek szymański (PAP)
Unfallstelle dreidimensional erfasst
Neben dem Fahrtenschreiber sicherten die Ermittler weitere Beweismittel. Die Unfallstelle wurde mit einem 3D-Verfahren dokumentiert. Dabei kamen ein Spezialgerät und eine Drohne zum Einsatz. Das gesammelte Material soll von Sachverständigen ausgewertet werden, um den genauen Ablauf des Unglücks zu rekonstruieren.
Ministerpräsident Donald Tusk kündigte strengere Vorschriften für Autofahrer an, die die Signale an Bahnübergängen missachten. Infrastrukturminister Dariusz Klimczak stellte eine Regelung in Aussicht, nach der einem Fahrer, der bei Rot einen Bahnübergang befährt, der Führerschein für drei Monate entzogen werden kann.
IAR/jc