Das Treffen wurde vom slowakischen Außenminister Juraj Blanár ausgerichtet. Sein Land hat gerade den wechselnden Vorsitz der Regionalgruppe übernommen. An dem Treffen nahmen außerdem der polnische Außenminister Radosław Sikorski, die ungarische Außenministerin Anita Orbán und der tschechische Außenminister Petr Macinka teil.
In einem in den Hauptstädten der Visegrad-Gruppe (V4) veröffentlichten Beitrag schrieb Blanár: „Jedes Mal, wenn es unseren Ländern gelungen ist, gemeinsam und mit einer Stimme aufzutreten, hat dies konkrete Ergebnisse für unsere Region, unsere Bürger und die gesamte Europäische Union gebracht.“ Wie er hinzufügte, sei dies „die erfolgreiche Zusammenarbeit, die wir fortsetzen wollen“.
Zu den wichtigsten Prioritäten Bratislavas zählte Blanár die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die EU-Erweiterung, die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Verkehr und Energie sowie die Bekämpfung illegaler Migration.
Polens Chefdiplomat und zugleich stellvertretender Ministerpräsident Sikorski, äußerte sich nach den Gesprächen ähnlich. „Die Visegrad-Gruppe ist zurück“, sagte er vor Journalisten. „Wir können einander wieder vertrauen und uns gemeinsam auf Dinge einigen.“ Zudem stehe Polen „solidarisch an der Seite aller Opfer von Wladimir Putins Russland“. Er warf Moskau Sabotage, Brandstiftung, politische Morde und Staatsterror vor. Als Beispiel nannte er den Versuch, einen Zug in Polen in die Luft zu sprengen.
An den Gesprächen hat anschließend auch der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi teilgenommen. Im Mittelpunkt standen die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, Sicherheitsfragen sowie die Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und Japan, darunter die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie, berichtete die polnische Presseagentur PAP.
Die Beziehungen zwischen den vier Regierungen – Polens, der Slowakei, Tschechiens und Ungarns – hatten sich in den vergangenen Jahren abgekühlt. Die vier Länder arbeiten seit Beginn der 1990er Jahre im V4-Format zusammen. Belastet wurden die Beziehungen durch unterschiedliche Reaktionen auf den russischen Angriff auf die Ukraine sowie Spannungen zwischen Warschau und Budapest.
PAP/PR/X/ps