Radosław Sikorski war am Freitag zu einem unangekündigten Besuch in die ukrainische Hauptstadt gereist. „Es freut mich sehr, in Kiew sein zu können und auf diese Weise die Solidarität der Mehrheit der Polen mit der kämpfenden Ukraine zu zeigen. Wie Sie wissen, hat sich die Bedrohung hier bereits gestern durch Angriffe auf Kiew gezeigt. Heute gibt es offenbar verstärkte Angriffe, möglicherweise mit neuen Drohnentypen. Diese Drohnen haben einen Düsenantrieb und einen größeren Gefechtskopf. Sie sind schneller, fliegen höher und schwieriger abzuschießen“, sagte er.
„Natürlich hoffen wir, dass die ukrainische Luftabwehr dieser Herausforderung gewachsen ist. Das wird auch von der polnischen Armee analysiert, um unser Land ebenfalls darauf vorzubereiten, hoffentlich niemals, auf Aktionen des Aggressors“, betonte der Minister.
Ein Überblick über die neuesten Informationen zur Lage in der Ukraine
Sikorski teilte mit, habe er während seines Besuchs in der Ukraine eine Reihe von Gesprächen mit Vertretern der Verwaltung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, dem Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez, der Führung der Antikorruptionsbehörden sowie mit Veteranen und Jugendlichen geführt. „Ich habe mit Personen gesprochen, die an den Verhandlungen beteiligt waren – sowohl mit Vertretern der US-Behörden als auch mit der russischen Seite. Ich habe jetzt ein besseres Bild vom Stand dieser Verhandlungen. Ich glaube jedoch nicht, dass es in diesem Stadium hilfreich wäre, die gewonnenen Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen“, sagte er bei einem Pressebriefing in der polnischen Botschaft.
Sikorski: Hier findet eine Revolution im Militärwesen statt
Der Minister wurde nach der Nutzung ukrainischer Kriegserfahrungen durch Polen sowie nach der militärischen Zusammenarbeit mit der Ukraine gefragt. „Hier findet eine Revolution im Militärwesen statt. Künftige Kriege, zu denen es hoffentlich nie kommen wird, werden nicht mehr so aussehen wie noch vor fünf Jahren. Wer daraus keine praktischen Schlüsse zieht, wird schlicht verlieren“, sagte Sikorski. „Diese Gespräche laufen. Das ist die wichtigste Aufgabe aller Verteidigungsministerien der mit der Ukraine befreundeten Länder: das Opfer der Ukrainer, aber auch das ukrainische Wissen und die ukrainischen Fähigkeiten in unsere Produktionspläne, unsere Militärdoktrin und die Ausbildung unserer Soldaten einfließen zu lassen“, betonte Polens Chefdiplomat.
PAP/ps