Am 24. September 2026 erschütterte eine tragische Messerattacke das Benediktinerinnen-Kloster im südostpolnischen Jarosław. Das Kloster stammt aus dem 17. Jahrhundert. Bei dem Angriff wurde ein Priester getötet, vier weitere Personen wurden verletzt. Nach seiner Festnahme wurde bei dem ukrainischen Täter eine schwere Psychose festgestellt.
Zwei Tage nach dem Angriff hat die Kirche wieder ihre Türen für die Gläubigen geöffnet. Bei der Messe am Samstag hielt Pater Adrian, einer der bei dem Angriff verletzten Geistlichen, die Predigt. „Wir vergeben und bitten um Gebete für uns Priester, besonders aber für unseren Angreifer. Wir bitten auch um die Gnade seiner Umkehr“, betonte der Priester in seiner Predigt. Er stand mit bandagiertem Kopf und einem von Blutergüssen gezeichneten Gesicht am Altar. Während der heiligen Messe wurde für den getöteten Pater Stanisław und die anderen Opfer gebetet.
In seiner Ansprache an die Gläubigen bat Pater Adrian darum, nicht eine ganze Nation für die Tragödie verantwortlich zu machen. „Es war eine konkrete Person, die diese böse Tat begangen hat“, betonte der Geistliche. „Ich bitte euch, das Böse nicht mit Bösem zu vergelten, sondern mit Liebe, Unterstützung, Verständnis und Fürsorge“, appellierte er.
Das Zentrum für Christliche Kultur und Information in der Abtei, in der sich am Donnerstag die Tragödie ereignet hat, war seit Februar 2022 maßgeblich an der Hilfe für ukrainische Flüchtlinge beteiligt. Hunderte Menschen, die vor dem russischen Großangriff auf die Ukraine geflohen waren, fanden dort Unterstützung. Einen wichtigen Anteil daran hatten die Priester, die nun zu den Opfern des Angriffs wurden.
Am Samstag ordnete ein Gericht an, den Angreifer für drei Monate in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Ermittler vernehmen Zeugen und versuchen, das Motiv des Täters zu klären. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass Sachverständige erneut zur Schuldfähigkeit von Ihor M. Stellung nehmen sollen. Derzeit befindet sich dieser in einer medizinischen Anstalt und wird dort von psychiatrischen Gutachtern beobachtet.
PAP/PR/ps