Die polnische Polizei hat nach den jüngsten Angriffen an Schulen landesweit mehr als 10.000 Bildungseinrichtungen kontrolliert. Im Zusammenhang mit strafbaren Drohungen seien bislang zehn Menschen festgenommen worden, teilte das Hauptkommando der Polizei mit. Dreizehn Vorfälle begründeten demnach den Verdacht einer Straftat.
Die Polizei verstärkte Patrouillen im Umfeld von Schulen. Mit Zustimmung der Schulleitungen können Beamte auch Schulgebäude betreten. Das Zentrale Büro zur Bekämpfung der Cyberkriminalität überwache das Internet rund um die Uhr und prüfe alle Hinweise auf Gewaltandrohungen oder mögliche Gefahren für Schüler und Beschäftigte, erklärte die Polizei.
Gerüchte über eine Internet-Challenge im Zusammenhang mit den jüngsten Gewalttaten bestätigten sich bislang nicht. „Bislang weist nichts darauf hin, dass ein solches Ereignis tatsächlich stattgefunden hat“, erklärte die Polizei. Sie appellierte, ungeprüfte Informationen nicht weiterzuverbreiten und verdächtige Beobachtungen den Behörden zu melden.
Auslöser der landesweiten Maßnahmen sind zwei Messerangriffe in Masowien. In Ostrołęka verletzte ein 19-Jähriger am Mittwoch neun Menschen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem versuchten Mord an mehreren Menschen vor. Einen Tag später wurde in Leszczydół-Nowiny eine Schulmitarbeiterin getötet, zwei weitere Menschen wurden verletzt.
Einige Kommunen in Masowien setzten am Freitag vorsorglich den Unterricht an einzelnen Schulen und Kindergärten aus. Landesweite Schulschließungen wurden nicht angeordnet. Über eine vorläufige Unterbringung des 15-jährigen Tatverdächtigen von Leszczydół-Nowiny in einer Einrichtung für Minderjährige sollte am Freitag ein Gericht entscheiden.
IAR/PAP/adn