Deutsche Redaktion

35 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag: „Es gibt keinen politischen Willen, mehr zu tun"

05.05.2026 14:14
Im Juni vergehen 35 Jahre seit dem deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag. Während der deutsche Botschafter in Warschau von neuen Impulsen spricht und die regionale Zusammenarbeit lobt, sieht unsere Gesprächspartnerin vor allem Stagnation. Das deutsch-polnische Verhältnis habe sich normalisiert, bleibe aber hinter den Erwartungen zurück.
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  • Dr. Marzenna Guz-Vetter über 35 Jahre Nachbarschaftsvertrag
Dr, Marzenna Guz-Vetter
Dr, Marzenna Guz-Vetterhttps://poland.representation.ec.europa.eu/marzenna-guz-vetter_

Während der deutsche Botschafter in Warschau von neuen Impulsen spricht und die regionale Zusammenarbeit lobt, sieht unsere Gesprächspartnerin vor allem Stagnation. Marzenna Guz-Vetter hat das Verhältnis aus mehreren Perspektiven erlebt — als polnische Journalistin in den 80er und 90er Jahren, als Forscherin zur deutsch-polnischen Grenzregion, und zuletzt als Direktorin der Vertretung der Europäischen Kommission in Polen. Heute schreibt sie als Senior Fellow bei Visegrad Insight.

Was hat die Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrags 1991 in Bonn für sie persönlich bedeutet? Welche Etappen hat das beiderseitige Verhältnis in den letzten Jahrzehnten durchlaufen? Woran merkt man an der Oder, dass es 2026 ist und nicht 1991? Über verpasste Chancen in der Grenzregion, das für Sommer angepeilte bilaterale Verteidigungsabkommen und darüber, wie  Erinnierungspolitik und Verteidigungsinitiativen miteinander zusammenhängen hat mit der Expertin Adam de Nisau gesprochen. 

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