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Deutsche Redaktion

Die Polen und die Homo-Ehen

13.08.2019 10:48
Weltanschauliche Angelegenheiten sind das heißeste Thema des politischen Sommers in Polen. Und was hält die Wählerschaft von den Streitereien rund um LGBT?
Presseschau
PresseschauShutterstock.com

SUPER EXPRESS: Was halten die Polen tatsächlich von Homo-Ehen

Wie es scheint etablierten sich weltanschauliche Angelegenheiten rund um die LGBT-Szene zum wichtigsten Thema des politischen Sommers in Polen. Verstärkt werde die sehr emotionale Diskussion durch die immer wieder stattfindenden Gleichheitsmärsche in verschiedenen polnischen Städten, urteilt in ihrem Kommentar die Tageszeitung Super Express.

Das Meinungsforschungsinstitut Pollster untersuchte im Auftrag der Tageszeitung, wie die Einstellung der polnischen Gesellschaft gegenüber Homo-Ehen aussehe. Die Lage sei äußerst interessant, urteilt das Blatt. Auf der einen Seite warnen einige hochrangige katholische Würdenträger vor einer Regenbogen-Invasion, die sowohl für den katholischen Glauben, als auch für die traditionellen Werte eine Gefahr darstellen solle. Auf der anderen Seite werde die Beteiligung an verschiedenen Pro-LGBT Veranstaltungen immer populärer. Außerdem gäbe es in der großen Politik mehrere prominente Homosexuelle, wie zum Beispiel den Anführer der linksliberalen Partei „Frühling” Robert Biedroń, oder den Warschauer Vizestadtpräsidenten Paweł Rabiej, schreibt Super Express.  

In diesem Kontext wollte die Tageszeitung feststellen, was die Polen von einer eventuellen Legalisierung der Homo-Ehen halten. Die Antwort sei eindeutig, urteilt Super Express: die Mehrheit der Befragten Polen spreche sich gegen Homo- Familien aus. Diese Meinung habe jeder zweite Befragte geäußert. 34 Prozent der Befragten seien entgegengesetzter Meinung und 16 Prozent hätten keine konkrete Meinung geäußert.

Die Tageszeitung fragte den Politologen, Professor Kazimierz Kik, wie die Ergebnisse der Studie zu verstehen seien. Auf der einen Seite würden die Polen aufholen. Als Land bestrebe Polen das Ziel, ein Teil Europas zu sein. Dieser Wunsch richte sich aber vor allem auf die wirtschaftliche Ebene, meint der Politologe. Geht es um die Ideologie bleibe Polen weiterhin eine sehr an die Tradition und den christlichen Glauben gebundene Gesellschaft. Keiner in Polen würden zwar homosexuellen Personen das Recht auf eine elementare Gleichberechtigung absprechen, die Gründung einer Familie, so Kik, sei aber schon etwas anderes. Sogar die polnische Verfassung sei in dieser Hinsicht sehr konkret und beschriebe die Ehe, als ein Bündnis von Mann und Frau, sagt Professor Kazimierz Kik in der Tageszeitung Super Express.

 

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Fort Trump als Werbetext

Fort Trump sorgt seit mehreren Monaten für Schlagzeilen in der polnischen Presse. Die Bezeichnung geht auf das Treffen von US-Präsident Donald Trump und des polnischen Präsidenten Andrzej Duda von vor ein paar Monaten im Weißen Haus zurück, erinnert die  Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna. Die Politiker hätten sich damals unter anderem über die Pläne einer engeren amerikanisch-polnischen Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen unterhalten. Polens Präsident setzte sich darüber hinaus für den Bau eines festen amerikanischen Militärstützpunktes in Polen ein. Vielleicht, sagte Duda damals, könnte der Ort Fort Trump heißen.

Bislang gäbe es von der US-Seite immer noch keine konkreten Erklärungen zu einem von polnischen Regierungspolitikern immer wieder ins Spiel gebrachten Fort Trump, allerdings sei die engere Zusammenarbeit eine Tatsache. In diesem Kontext bezieht sich der neue polnische NATO-Botschafter und ehemaliger Vizeverteidigungsminister Tomasz Szatkowski zu der geplanten Investition.

Die Bezeichnung solle man mit einer gewissen Distanz betrachten, meint Szatkowski. Ziel der polnischen Politiker sei es gewesen, der Idee eine Erkennung zu verleihen und für eine gute politische Atmosphäre zu sorgen. Um die Kommunikation einfacher und erfolgreicher zu gestalten, habe man gleich eine konkrete Lokalisierung vorgeschlagen. Dennoch müsse es sich nicht unbedingt um einen großen Stützpunkt, sondern um mehrere kleinere handeln, so Tomasz Szatkowski im Blatt Dziennik/Gazeta Prawna.

 

DO RZECZY: Abschied von Kukiz

In seinem Kommentar in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy nimmt der Publizist Łukasz Warzecha Abschied von der oppositionellen Gruppierung Kukiz’15. Zwar werde es der ehemalige Musiker, der vor vier Jahren zum Politiker wurde – Paweł Kukiz - mit Sicherheit ins kommende Parlament schaffen. Seine Partei werde die Koalition mit der Bauernpartei PSL wohl aber nicht überleben. Schade, urteilt der Publizist. Lange Zeit sei die Gruppierung des Rock-Musikers die einzige sachliche Oppositionsgruppierung im polnischen Parlament gewesen. Seine Abgeordneten hätten viele nüchterne und nützliche Gesetzesentwürfe vorbereitet.

Dann aber sei es zu Spannungen gekommen, die die Partei letztendlich gesprengt haben. Die Politiker hätten zu spüren bekommen, dass es schwierig sei, als eine Nicht-Partei zu funktionieren. Gegen die Berufung eine klassischen politischen Partei haben sich jedoch konsequent der Anführer selbst gewährt. Dieser Schritt würde seine systemkritische Rhetorik untergraben, hieß es. Auch der komplizierte Charakter des Gruppierungschefs habe sich nicht als allzu hilfreich für das Funktionieren der Gruppe erwiesen. Und nun beobachte die Öffentlichkeit verblüfft, wie ein bekennender Systemkritiker und verbissener Gegner des polnischen Parteisystems eine Wahlkoalition mit einer Partei eingehe, die ein Synonym des politischen Opportunismus sein könnte. Eine Ironie des Schicksals, schließt Warzecha seinen Kommentar in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy ab.  

Jakub Kukla