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Deutsche Redaktion

Russlands alternative Geschichtsvision

14.02.2020 11:46
Sergei Naryschkin sei eine weitere Person aus der russischen Öffentlichkeit, die einen, um es milde auszudrücken, eigenartigen Blick auf die Geschichte des II. Weltkriegs präsentiert, stellt in der neuen Ausgabe die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna fest. Außerdem geht es auch um ein historisches Gespräch zwischen Bill Clinton und Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa und darum, ob eine weitere Zuspitzung des Konflikts um die Justizreform der Regierungspartei mehr schadet oder nutzt.
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DZIENNIK: Russlands alternative Geschichtsvision  

 

Sergei Naryschkin sei eine weitere Person aus der russischen Öffentlichkeit, die einen, um es milde auszudrücken, eigenartigen Blick auf die Geschichte des II. Weltkriegs präsentiert, stellt in der neuen Ausgabe die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna fest. In einem Fernsehinterview bezeichnete der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR und Vorsitzende der Russischen Historischen Gesellschaft das Vorkriegspolen als einen schweigenden Mitläufer Hitlers. Zu einem Komplizen Deutschlands soll Polen laut Naryschkin nach der Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes im Jahr 1934 geworden sein.

In einem Gespräch mit dem Blatt bezieht sich der Historiker des Instituts für Nationales Gedenken IPN Doktor Maciej Korkuć auf den Vorwurf. Geht es nach dem Wissenschaftler, hätten Deutschland und die Sowjetunion darauf abgezielt, die Zwischenkriegsordnung in Europa zu zerstören. Polen habe sich dabei für friedliche Lösungen eingesetzt. Deshalb habe die polnische Regierung sowohl mit dem Nachbarn im Westen als auch mit dem Nachbarn im Osten einen Nichtangriffspakt unterzeichnet. Der Titel des Dokuments habe vollkommen seinem Inhalt entsprochen. Es habe sich um einen Verzicht auf Kriegshandlungen in den beiderseitigen Kontakten gehandelt, und nicht um eine Zusammenarbeitserklärung im Falle des Krieges.

Ähnlich wie Wladimir Putin vor einigen Wochen, lesen wir weiter, habe auch Naryschkin den Hitler-Stalin-Pakt einschließlich der Aufteilung Osteuropas zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der Sowjetunion verteidigt. Naryschkin behaupte zudem, dass die Sowjetunion der letzte Staat Europas gewesen ist, der mit NS-Deutschland einen, wie er es nannte, Nichtangriffspakt unterzeichnet habe, alle anderen hätten so etwas vorher unterschrieben. Der Pakt sei eine erzwungene aber durchdachte Entscheidung gewesen, die es Moskau ermöglicht habe, den Beginn des Krieges auf dem eigenen Territorium zu verzögern.

Auch damit sei Doktor Korkuć nicht einverstanden, lesen wir. Aus Propagandazwecken habe man den Hitler-Stalin-Pakt als einen Nichtangriffspakt bezeichnet. Der eigentliche Sinn des Abkommens sei aber die Aufteilung der osteuropäischen Gebiete gewesen. Der Überfall habe der sowjetischen Regierung eine Expansion der bolschewistischen Ideen in den Westen ermöglicht. Die eroberten Gebiete seien zum Opfer der tödlichen Politik der Sowjets geworden. Die These, dass man mit dem Pakt die westlichen Grenzen der Sowjetunion sichern wollte, sei ein Täuschungsmanöver, das die Zusammenarbeit zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion vertuschen soll, so Doktor Maciej Korkuć im Blatt Dziennik/Gazeta Prawna. 

FAKT: Amerikanische Muskeln

Nach der Öffnung der amerikanischen Archive aus der Clinton-Zeit durch die Denkfabrik Wilson Centre wurde unter anderem der Verlauf eines Gesprächs des amerikanischen Präsidenten mit seinem damaligen Amtskollegen aus Polen, Lech Wałęsa bekannt. Beide Politiker hätten sich im Oval Office getroffen, berichtet die Tageszeitung Fakt. Der Notiz sei zu entnehmen, dass sich der polnische Politiker für eine engere Zusammenarbeit der Amerikaner mit den Visegrad-Staaten, aber auch mit der Ukraine und Belarus eingesetzt habe.

Nach jahrzehntelanger russischer Dominanz hätten die osteuropäischen Staaten Angst vor Russland, sagte Wałęsa. Polen sei viel an einem friedlichen Zusammenleben in Europa gelegen. Zugleich wolle das Land nicht wehrlos bleiben, deshalb hoffe Warschau auf eine enge Kooperation mit den USA. Polen brauche aus Sicherheitsgründen die amerikanischen Muskeln, appellierte im Jahr 1993 während seiner Visite in den USA der polnische Friedensnobelpreisträger und Präsident Lech Wałęsa im Gespräch mit Bill Clinoton.

 

DO RZECZY: Wie gewinnt man neue Wähler? 

Auf aktuelle politische Probleme bezieht sich indes im Gespräch mit der Wochenzeitschrift Do Rzeczy der Bildungsminister und Vizepremier Jarosław Gowin. Er sei nicht naiv und wisse, dass die Regierung mit einem Kompromiss in Bezug auf die Justizreform keine Wähler der Opposition für sich hätte gewinnen können. Vielmehr gehe es aber um die Unterstützung der schwankenden Wähler, meint Gowin. Professionelle Politik sollte sich auf konkreten Daten stützen. Und diese würden zeigen, dass die Ausbreitung des Konflikts mit der Richterschaft zu einer weiteren Polarisierung führen würde. Diese wiederum könnte eine höhere Wahlbeteiligung bei den anstehenden Wahlen zur Folge haben. Eine sehr hohe Wahlbeteiligung wäre aber in erster Linie für die Opposition von Vorteil, da sie unter den unentschlossenen Wählern größere Reserven habe, als die Regierungspartei.

Bei der Europawahl habe die Regierungspartei PiS über 6 Millionen Stimmen bekommen. Andrzej Duda brauche für seine Wiederwahl zum Präsidenten weit über 8, bei einer sehr hohen Beteiligung sogar gegen 9 Millionen Stimmen. Er glaube nicht, so Gowin, dass mit einer Verschärfung der politischen Rhetorik die Partei und der Präsident weitere 3 Millionen Stimmen gewinnen könnten, lesen wir in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy.

Autor: Jakub Kukla