X
Sehr geehrter\e Benutzer\in,
am 25. Mai 2018 ist die Datenschutz-Grundverordnung des Europäischen Parlaments und des Rates (EU) 2016/679 vom 27. April 2016 (DSGVO) in Kraft getreten. Wir empfehlen Ihnen, sich mit Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten auf dem Portal PolskieRadio.pl vertraut zu machen.
1.Der Datenverwalter ist Polskie Radio S.A. mit Hauptsitz in Warschau, al. Niepodleglosci 77/85, 00-977 Warszawa
2.Bei Fragen zu Ihren Daten wenden Sie sich bitte an den Datenschutzbeauftragten, E-mail: iod@polskieradio.pl, Tel. 22645 34 03
3.Personenbezogene Daten werden zu Marketingzwecken mit Ihrer Einwilligung verarbeitet.
4.Personenbezogene Daten dürfen nur zum Zwecke der ordnungsgemäßen Erbringung der in der Datenschutzerklärung definierten Leistungen zur Verfügung gestellt werden
5.Personenbezogene Daten werden außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums oder an eine internationale Organisation übermittelt
6.Personenbezogene Daten werden für einen Zeitraum von 5 Jahren ab der Deaktivierung Ihres Benutzerkontos gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gespeichert.
7.Sie haben das Recht, auf Ihre personenbezogenen Daten zurückzugreifen, sie zu korrigieren, zu übertragen, zu löschen oder zu beschränken.
8.Sie haben das Recht, der weiteren Verarbeitung zu widersprechen, und wenn Sie der Verarbeitung personenbezogener Daten zustimmen, diese zu widerrufen. Die Ausübung des Widerrufsrechts berührt nicht die Datenverarbeitung bis zum Zeitpunkt des Widerrufs.
9.Sie haben das Recht, eine Beschwerde bei der Datenschutzaufsichtsbehörde einzureichen.
10.Polskie Radio S.A. weist darauf hin, dass während der Verarbeitung personenbezogener Daten keine automatisierten Entscheidungen getroffen werden und keine Profilierung erfolgt.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Einverständnis
Deutsche Redaktion

USA und Russland kämpfen in Polen um geopolitischen Einfluss

26.03.2020 11:28
Die USA und Russland haben in Zeiten der Corona-Pandemie einen Wettbewerb auf den globalen Energiemärkten begonnen. Einer der Orte, an denen Washington und Moskau heftig aufeinander treffen, sei Polen – so ein polnischer Experte für Energiewesen.
Władimir Putin (L) i Donald Trump (P) w czasie szczytu G20 w Osace
Władimir Putin (L) i Donald Trump (P) w czasie szczytu G20 w OsaceM. Klimentyev PAP/EPA

Energetyka24: USA und Russland kämpfen in Polen um geopolitischen Einfluss 

Die USA und Russland haben einen Wettbewerb auf den globalen Energiemärkten begonnen, der besonders durch die Coronavirus-Krise deutlich werde. Einer der Orte, an denen Washington und Moskau heftig aufeinander treffen, sei Polen –schreibt der Energieexperte Jakub Wiech für das Internetportal Energetyka24.

Seit 2017, also seit der ersten Lieferung von amerikanischem LNG nach Polen, einem Land, das bis vor kurzem vollständig von Gasimporten aus Russland abhängig war, plane Polen einen Hub zu bauen mit Gasimporten aus den USA, Norwegen und Katar. Im März dieses Jahres haben die Amerikaner auch mit der Ukraine eine Einigung über LNG-Lieferungen erzielt, die von Polen umgesetzt werden sollen.

Diese Ereignisse seien Teil eines größeren Machtspiels zwischen den USA und Russland. Polen, so der Energieexperte, sei hierbei eines der wichtigsten Länder in diesem Wettstreit. Obwohl Washington und Moskau seit Jahrzehnten miteinander konkurrieren, stoßen sie jetzt - zum ersten Mal in der Geschichte - auch so direkt auf den Energiemärkten zusammen. Die Amerikaner sollen nämlich bemerkt haben, dass Russland in Europa immer aggressiver "seine Tentakel ausbreite". Eine Reihe europäischer Länder, bemerkt der Energieexperte, darunter vor allem Deutschland, stünden in diesem Wettkampf auf Russlands Seite.

Hier käme die besondere Rolle Polens zum Vorschein. Es sei nicht nur proamerikanisch (was auf dem alten Kontinent nicht die Regel sei). Es ei vor allem die geografische Lage, die Polen zu einem hervorragenden Standort für die Weiterleitung von Energieressourcen mache. Und genau diese Vorteile sollen Warschau zum Vorreiter der Drei-Meere-Initiative gemacht haben. Einem Abkommen zwischen mitteleuropäischen Ländern auf der Grundlage eines gemeinsamen Gasmarktes, das für LNG-Lieferungen vor allem aus den USA offen sei. 

Sind Polen bereit für weitere Einschränkungen? 

Polen sind bereit für eine Verschärfung von Verboten im Kampf gegen das Coronavirus. Die Frage sei nur, für wie lange - solche Schlussfolgerungen können aus einer aktuellen Meinungsumfrage der Zeitung Dziennik/Gazeta Prawna gezogen werden.

Die erste Einschränkung betreffe seit Dienstag die Bewegungsfreiheit. Wie der Gesundheitsminister erklärte, sei dies ein Versuch, die Situation aus den letzten Tagen zu vermeiden, als Aufgrund des guten Wetters sich Tausende Menschen in Parks, auf Spielplätzen und Boulevards versammelt haben.

Versammlungen seien ebenfalls verboten, mit der Ausnahme von Familientreffen. An Kirchenmessen, Beerdigungen und Hochzeiten sollen maximal fünf Personen teilnehmen können. Zugleich plane die Regierung jedoch nicht, Schul- und Abiturprüfungen abzusagen oder die Präsidentschaftswahlen zu verschieben.

Die Studie zeige, dass Polen große Angst vor dem Coronavirus haben. Deshalb akzeptieren sie weitreichende Einschränkungen ihrer Freiheit. Die Akzeptanz für die Schließung von Schulen, Grenzen, Bars, Theatern und Einkaufszentren liege bei 90 Prozent. Basierend auf der Studie könne man somit sagen, dass Polen bereit seien, die Freiheit für das Versprechen einer größeren Sicherheit weiter einzuschränken. Offen bleibe die Frage - für wie lange?


Teologia Polityczna: Europa im Ausnahmezustand 

Innerhalb von zwei Wochen brach der Mythos der Globalisierungseffizienz in Europa mit einem Knall zusammen. Darunter ihr Regierungsmodell, ihre öffentlichen Finanzen, Verwaltung, Unternehmen, Universitäten - schreibt der ehemalige Politiker Jan Rokita in einem Kommentar für das philosophische Magazin Teologia Polityczna.

Die aktuelle Pest töte zudem die Schwachen, Kranken und Alten. Die Natur habe offenbar nicht nur unser Sicherheitsgefühl in der Welt, sondern auch elementare Werte unserer Gesellschaften angegriffen. Der wichtigste von ihnen - das Leben von Schwachen, Alten und Kranken zu schützen.

Dieses Denken sei stark im christlichen Denken über Kultur und Politik verwurzelt, werde aber auch vom westlichen Wohlfahrtsstaat übernommen. In der Zwischenzeit, fährt der Autor fort, habe uns die heutige Pest die "darwinistischste" Natur als Todfeind all dieser Prinzipien offenbart. Es herrsche eine "natürliche Eugenik" und das biologische Gesetz der natürlichen Selektion.

Überrascht von diesem Angriff, stellten wir nach kurzer Zeit fest, dass wir ebenso wie unsere humanitären Ideale eine Art Verteidiger haben, behauptet Rokita. Den Nationalstaat – überzeugt der Autor,  der einzige Hüter unserer Ideale und Sicherheit in Krisenzeiten. Obwohl er von der Krise überrascht wurde und verspätet handelte, sei er nun endlich bereit, einen Ausnahmezustand zu verhängen, nur um der blinden Kraft der Natur entgegenzuwirken. Der Staat, lautet seine Schlussfolgerung, setzte final alles daran unsere schwachen, kranken und älteren Menschen nicht kampflos aufzugeben. So der ehemalige Politiker Jan Rokita für Teologia Polityczna.


Piotr Siemiński