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Deutsche Redaktion

"Kirche in Polen ein Schritt vor dem Abgrund"

02.12.2021 12:28
Nach drei Jahrzehnten konsequenter Selbstzerstörung erweise sich die katholische Kirche in Polen als nahezu nutzlos für die Generation der Dreißigjährigen, schreibt Andrzej Krajewski für das Online-Blatt Dziennik. 
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Dziennik: Kirche in Polen ein Schritt vor dem Abgrund 

Nach drei Jahrzehnten konsequenter Selbstzerstörung erweise sich die katholische Kirche in Polen als nahezu nutzlos für die Generation der Dreißigjährigen, schreibt Andrzej Krajewski für das Online-Blatt Dziennik. Bei der jüngeren Generation sei es noch schlimmer. Falls dieser Trend anhalte, glaubt der Autor, werde die katholische Kirche einfach verschwinden. Auch die Zahl der Berufungen in Polen, sei innerhalb eines Jahrzehnts um fast 300 Prozent zurückgegangen.

Einige Statistiken hingegen, heißt es weiter, sollen etwas ganz anderes zeigen. Im Jahr 2019 sollen etwa 33 Millionen Polen in der katholischen Kirche getauft worden sein. Man könnte somit denken, schreibt Krajewski, dass Polens Kirche große Macht in Polen habe. Dem Autor nach, könne aber jeder sehen, wie es wirklich sei. Ist die Allmacht der Kirche also nur eine Erfindung der Linken, fragt Krajewski. Je linker jemand sei, desto mehr übertreibe er die Allmacht der Kirche und nehme sie als monströse Krake wahr, die von einem versteckten Ort aus alle Elemente des täglichen Lebens der Polen steuere. Je weiter rechts, heißt es weiter, desto größer die Besorgnis über den Zustand der Kirche und das Handeln ihrer Hierarchen. Aber es herrsche auch die Überzeugung, dass sie, wenn sie 2000 Jahre stürmische Geschichte überlebt habe, auch den aktuellen Sturm überstehen werde.

Heute, lesen wir im Online-Blatt, werde der Niedergang der Kirche vor allem durch eine endlose Reihe von moralischen und kriminellen Skandalen um sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung durch Priester angeheizt. Jahrzehntelang sollen Sexualstraftäter geschützt, anstatt aus dem Klerus entfernt und der Justiz überlassen worden sein. So beginne die Kirche in Polen, die Rechnung für jahrelange Vertuschung von Verbrechern, aber auch für Heuchelei und Verrat an dem, was sie den Gläubigen gepredigt habe, zu bezahlen.

Während des gesamten 20. Jahrhunderts, heißt es abschließend, sei die katholische Kirche und ihre Priester für Polen sehr notwendig gewesen. Mit dem Aufkommen totalitärer Systeme, des Kommunismus und des Faschismus, sei das Christentum deren Negation gewesen. Vor allem während des Zweiten Weltkriegs und später in der Zeit der Volksrepublik Polen.

Und Heute, fragt der Autor am Schluss in Dziennik, wozu brauche heute eigentlich die junge Generation die Kirche, abgesehen von der Durchführung traditioneller Riten wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen?

Dorzeczy: Omicron? Wir sollten uns nicht verrückt machen lassen 

In dem rechts-konservativen Wochenblatt indes, schreibt Łukasz Warzecha, dass wir es im Zusammenhang mit der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus - Omicron - mit einer zur Bedrohung völlig unverhältnismäßigen Panikentwicklung zu tun haben. Schuld dafür sei vor allem die Medienwelt. Viele seien in einer Art kranker Aufregung, weil eine neue Variante der Krankheit aufgetaucht sei, überzeugt der Publizist und weist darauf hin, dass Ärzte und sogar Vertreter von Pfizer versuchen sollen, diese Emotionen zu beruhigen.

Die Atmosphäre einer ständigen Bedrohung, erklärt der Autor im Weiteren, verursache aber bei einem großen Teil der Bürger reale, messbare psychologische Schäden. Man könnte sogar sagen, glaubt Warzecha, dass viele Menschen den Bezug zur Realität verloren hätten, oder dass ihre Wahrnehmung der Realität verzerrt sei. Der Autor habe sogar den Eindruck, dass solche Menschen sich in der normalen Welt nicht mehr zurechtfinden könnten.

Geht es nach dem Autor, sei die normale Welt nicht die Welt der Covid-Bescheinigungen, Masken und Gesundheitskontrollen beim Grenzübertritt. Die normale Welt, lesen wir, sei diejenige, die im Jahr 2019 war und man müsse dafür kämpfen, dass eine solche normale Welt wieder zurückkehre. Zu viele Menschen würden sich trotzdem an jede Möglichkeit klammern, dass die Bedrohung zurückkomme, dass sie die vierte Dosis, die fünfte, sechste etc. nehmen müssen. Warzecha ruft daher auf, sich durch solche Menschen nicht verrückt machen zu lassen. Sie seien diejenigen, die Hilfe bräuchten, weil sie ein sehr ernstes psychisches Problem hätten.


Dziennik Gazeta Prawna: Jedes Zugeständnis ist eine Einladung zum Krieg 

Das Tagesblatt Dziennik/Gazeta Prawna hat ein Interview mit Kurt Volker, dem ehemaligen US-Botschafter bei der NATO durchgeführt. Wie Volker erklärt, sei das derzeitige Ziel Moskaus Zugeständnisse zu erhalten. Falls Putin aber auf Widerstand stoße, könnte er auf eine andere Gelegenheit warten. Wenn nicht, so könnte er einen Schritt weiter gehen. Seiner Ansicht nach, wolle Russland vor allem Zugeständnisse von der Ukraine und dem Westen erhalten. Das Ziel sei, dass die Ukraine niemals in die NATO aufgenommen werde, keine Unterstützung erhalte und Deutschland und die EU gezwungen werden, der Zertifizierung von Nord Stream 2 zuzustimmen.

Der Experte ist der Ansicht, dass der Konflikt zwar noch in weiter Ferne liege, Putin aber die Truppen so positioniert habe, dass eine solche Eskalation möglich bleibe und er über einen gewissen Handlungsspielraum verfüge. Putin, heißt es weiter, rechne jedoch damit, Zugeständnisse ohne Gewaltanwendung zu erreichen. Jetzt zeige er, dass er die Mittel hat und bereit sei, sie auch zu nutzen.

Putin, fährt Volker fort, sondiere damit auch, auf welche Art von Widerstand er stoßen werde. Die Leiter der NATO-Außenministerien sollten deshalb, dem Botschafter nach, nach ihrem Treffen in Riga mehr Sicherheitshilfe für die Ukraine bereitstellen. In dieser Situation, versichert Volker, versorgen die Vereinigten Staaten Kiew mit militärischer Ausrüstung. Aber auch Sanktionen müssten von den USA und der EU gemeinsam klar formuliert werden. Das Weiße Haus konzentriere sich aber in erster Linie auf innenpolitische Fragen, erklärt der Experte zuallerletzt, und sei nicht an großen internationalen Verpflichtungen interessiert. Es versuche sogar, die militärische Präsenz der USA in der Welt zu begrenzen. Einige US-Politiker sollen deshalb die Rolle Russlands herunterspielen und meinen, dass es zwar ein Problem bleiben werde, aber Amerika wolle nicht in einen Konflikt mit dem Kreml geraten.

Gleichzeitig soll Kurt Volker versichern, dass viele in der US-Regierung wüssten, dass es keine andere Wahl gebe - China sei zwar eine ernsthafte langfristige Bedrohung, aber Russland bleibe die aktuelle.


Piotr Siemiński