Gazeta Wyborcza: Wie viel weiß Donald Trump über den Krieg gegen den Iran?
Donald Trump werde über den Krieg gegen Iran offenbar mit stark gefiltertem Material versorgt, berichtet die linksliberale Gazeta Wyborcza unter Berufung auf NBC News und Aussagen aus dem Umfeld der US-Regierung. Demnach bekomme der US-Präsident täglich im Pentagon montierte, nur zwei Minuten lange Videos zu sehen, in denen ausschließlich erfolgreiche Angriffe auf iranische Ziele gezeigt würden. Nie zu sehen seien hingegen iranische Gegenschläge oder deren Folgen. Das, so das Blatt, nähre die Sorge einiger Verbündeter Trumps, dass er kein vollständiges Bild des inzwischen seit vier Wochen andauernden Krieges erhalte oder zentrale Informationen nicht verarbeite. Joe Kent, bis vor kurzem Leiter des Nationalen Antiterrorzentrums, habe im Gespräch mit Tucker Carlson beklagt, viele Entscheidungsträger hätten ihre Einschätzungen gar nicht in Gegenwart des Präsidenten vortragen können; es habe an einer offenen Debatte gefehlt. Das Weiße Haus widerspreche dieser Darstellung. Sprecherin Karoline Leavitt versichere, Trump verlange von seinen Beratern volle Offenheit, und auch andere Regierungsvertreter betonten, er höre externe Stimmen an und telefoniere regelmäßig mit ausländischen Staats- und Regierungschefs, vor allem mit Benjamin Netanjahu.
Zugleich stelle sich die Frage, wie viel Trump von den Briefings tatsächlich aufnehme. CIA-Direktor John Ratcliffe habe erklärt, er informiere den Präsidenten zehn- bis fünfzehnmal pro Woche über zentrale Sicherheitsfragen. Dennoch habe Trump vergangene Woche gesagt, Irans Reaktion habe ihn überrascht, und „kein Experte“ habe sie vorhergesehen, obwohl Ratcliffe und die Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard vor dem Krieg genau vor Angriffen auf Energieanlagen und einer Gefährdung der Schifffahrt in der Straße von Hormus gewarnt hätten. Die Gazeta Wyborcza erinnert daran, dass Trump schon in seiner ersten Amtszeit als Präsident gegolten habe, der lieber Bilder anschaue, als Texte lese. Chris Whipple habe in seinem Buch über CIA-Direktoren beschrieben, Trump habe weder lesen noch längeren Ausführungen zuhören wollen. Ehemalige Geheimdienstvertreter wie Bruce Riedel oder Steven Hall hätten zudem geschildert, wie riskant es gewesen sei, ihm unangenehme Nachrichten zu überbringen, weil er impulsiv reagiere und Berater deshalb versucht hätten, ihm Informationen stark vereinfacht und visuell aufbereitet zu präsentieren.
Ein aktuelles Beispiel dafür sei nach Angaben von NBC News ein iranischer Angriff auf die Luftwaffenbasis Prince Sultan in Saudi-Arabien, bei dem fünf amerikanische Tankflugzeuge getroffen worden seien. Ein Regierungsvertreter habe dem Sender gesagt, Trump sei darüber zunächst nicht informiert worden und habe erst durch Medienberichte davon erfahren. Hinzu komme eine Flut von Deepfakes, die Iran im Propagandakrieg einsetze. Trump selbst habe erklärt, er habe gefälschte Aufnahmen eines brennenden US-Flugzeugträgers sowie angeblicher Brände in Tel Aviv, Katar und Saudi-Arabien gesehen, die sich als KI-Produkte erwiesen hätten. Vor diesem Hintergrund sei auch seine Behauptung zu verstehen, der Krieg gegen Iran sei praktisch schon gewonnen, nur wüssten die Amerikaner es wegen der „korrupten Medien“ nicht. Der Präsident behaupte, Iran gewinne nur noch künstlich erzeugte Schlachten im Netz, während das Weiße Haus seinerseits Videos verbreite, in denen echte Luftangriffe mit Sequenzen aus Videospielen und Actionfilmen vermischt würden. Trump sei überzeugt, dass nicht die Wirklichkeit, sondern die mediale Darstellung des Krieges sein eigentliches Problem sei, so die Gazeta Wyborcza.
Super Express: Schock! Wird Brüssel Donald Tusks Plan zur Senkung der Kraftstoffpreise blockieren?
Die von Donald Tusk angekündigte Senkung der Kraftstoffpreise könnte ausgerechnet am EU-Recht scheitern, berichtet das Boulevardblatt Super Express. Wie das Blatt erinnert, hatte der Premierminister am Donnerstag, dem 26. März 2026, ein Maßnahmenpaket unter dem Namen „CPN“ („ceny paliw niżej“ – niedrigere Kraftstoffpreise) angekündigt, dank dem die Spritpreise noch vor Ostern um rund 1,20 Złoty pro Liter sinken sollten. Hintergrund seien die wegen des Krieges gegen Iran stark steigenden Öl- und Treibstoffpreise. Tusk habe erklärt, die Lage auf dem Weltmarkt hänge entscheidend von den Entwicklungen im Nahen Osten ab, die polnische Regierung wolle aber alles tun, was in ihrem Einflussbereich liege, damit die Preise an den Tankstellen so niedrig wie möglich blieben. Vorgesehen seien unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 23 auf 8 Prozent sowie eine Reduzierung der Verbrauchsteuer auf das in der EU vorgeschriebene Mindestniveau.
Doch genau an diesem Punkt komme aus Brüssel Widerstand, so Super Express. Wie die EU-Kommission der RMF-FM-Korrespondentin mitgeteilt habe, sei eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Motorenkraftstoffe mit dem geltenden Unionsrecht nicht vereinbar. Die Sprecherin der Kommission für Steuerfragen, Louise Bogey, habe zwar betont, Brüssel wolle politische Ankündigungen der polnischen Regierung nicht direkt kommentieren, solange die entsprechenden Vorschriften noch nicht in Kraft seien. Zugleich habe sie aber unmissverständlich darauf hingewiesen, dass die Mehrwertsteuerrichtlinie keine Möglichkeit vorsehe, für Benzin und Diesel einen ermäßigten Satz anzuwenden. Zwar habe die jüngste Reform den Mitgliedstaaten größere Flexibilität bei bestimmten Waren und Dienstleistungen eingeräumt, etwa bei Strom und Erdgas, fossile Kraftstoffe seien von dieser Öffnung jedoch ausdrücklich ausgenommen worden. Ob Tusks Plan in der angekündigten Form umgesetzt werden könne, sei damit höchst fraglich. Die eigentliche Hürde für den „CPN“-Plan könnte somit nicht Präsident Karol Nawrocki, sondern die Europäische Kommission sein, so Super Express.
Rzeczpospolita: Ein glücklicher, hart erarbeiteter Sieg
Polens Fußballnationalmannschaft habe sich mit einem glücklichen, am Ende aber verdienten 2:1 gegen Albanien durchgesetzt und dürfe weiter vom WM-Ticket träumen, schreibt Stefan Szczepłek in der konservativ-liberalen Rzeczpospolita. Vor allem in der ersten Halbzeit habe die Mannschaft von Jan Urban jedoch enttäuscht. Die Albaner hätten den besseren Eindruck gemacht, defensiv kompakt gestanden und auf Konter gelauert. Einer dieser Angriffe habe mit polnischer Mithilfe vor der Pause zum 0:1 geführt. Polen dagegen habe in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Schuss aufs Tor und keine wirklich gefährliche Aktion zustande gebracht. Erst nach dem Seitenwechsel sei Bewegung ins Spiel gekommen, und entscheidenden Anteil daran habe ausgerechnet der erst 17-jährige Debütant Oskar Pietuszewski gehabt, der mehrere Aktionen eingeleitet habe, zu denen die erfahreneren Kollegen zuvor nicht fähig gewesen seien.
Ab der 61. Minute habe sich das Blatt gewendet. Robert Lewandowski, bis dahin kaum zu sehen, habe nach einer Ecke per Kopf ausgeglichen. Wenig später habe Piotr Zieliński mit einem Distanzschuss das 2:1 erzielt, nachdem ihm die albanische Abwehr zu viel Raum gelassen habe. Die Tore seien somit nicht aus sorgfältig herausgespielten Angriffen entstanden, sondern nach einem Standard und dank der individuellen Technik eines einzelnen Spielers. Am Ende zähle natürlich vor allem der Sieg. Der Autor verschweigt jedoch nicht die Schwächen: Es habe an einstudierten Offensivaktionen gefehlt, es habe zu viele ungenaue und gefährliche Pässe gegeben, und die Abwehr um Jan Bednarek und Jakub Kiwior habe in der Nationalmannschaft keineswegs die Stabilität gezeigt, die man von ihren Vereinen kenne. Dass Albanien zwei hochkarätige Chancen ungenutzt gelassen habe, sei aus polnischer Sicht ein Glücksfall gewesen.
Szczepłek verweist zudem auf einen unschönen Zwischenfall auf den Rängen. Während bei Länderspielen in Warschau sonst meist eine gute Atmosphäre herrsche und die Hymnen der Gäste mit Applaus begleitet würden, sei diesmal die albanische Hymne ausgepfiffen worden. Das im öffentlichen und politischen Leben immer verbreitetere Grobe und Rücksichtslose habe damit offenbar auch die Tribünen des Nationalstadions erreicht, so der Autor. Am 31. März treffe Polen nun im entscheidenden Spiel um die WM-Teilnahme in Solna auf Schweden. Dort habe Polen historisch nur selten gewonnen. Paradoxerweise könne dieses Spiel dennoch leichter werden als das gegen Albanien, schreibt Stefan Szczepłek in der Rzeczpospolita.
Autor: Adam de Nisau