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„Spanien hat den Fußball gerettet"

20.07.2026 13:00
Einige Entscheidungen des Unparteiischen, schienen bei der Fußballweltmeisterschaft Argentinien zu begünstigen. Auf das Endergebnis hatte dies glücklicherweise keinen Einfluss. Argentinien habe sich den Titel diesmal einfach nicht verdient. Das heutige Polen sei ein schwacher Staat und bestehe aus zwei einander feindlich gesinnten Nationen. Können die Polen von sich behaupten, ihren Vorfahren überlegen zu sein, weil sie einen stabileren und stärkeren Staat geschaffen haben? Und: Die jüngste Eskalation des parteiinternen Konflikts in der größten Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), könnte in der größten Spaltung der Parteigeschichte münden. Mehr dazu in der Presseschau.
Die spanischen Spieler feiern mit der WM-Trophe whrend der Siegerehrung nach dem WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey am 19. Juli 2026.
Die spanischen Spieler feiern mit der WM-Trophäe während der Siegerehrung nach dem WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey am 19. Juli 2026.EPA/CHRISTOPHER NEUNDORF

Rzeczpospolita: Spanien hat den Fußball gerettet
Stefan Szczepłek zieht in der Rzeczpospolita seine Bilanz der Weltmeisterschaft. Die Argentinier hatten die Fans zuvor mit mehreren späten Siegen begeistert, als sie Spiele noch drehten, obwohl Zeit und Chancen bereits verloren schienen. Im Finale war es anders. Es sei kaum zu glauben: Argentinien hat in 120 Minuten keinen einzigen Treffer im Tor landen können. Ein torloses Unentschieden mit anschließendem Sieg Argentiniens im Elfmeterschießen sei unter diesen Umständen kaum vorstellbar gewesen, lesen wir.

Geht es nach dem Autor, habe Argentinien sich den Titel diesmal nicht verdient. Die Mannschaft habe praktisch nichts getan, um das Spiel zu gewinnen. Stattdessen habe Spanien mit taktischer Disziplin, großem Einsatz, variablen Angriffen und einer geschlossenen Defensivleistung überzeugt. Die Spanier hätten ebenso beeindruckend wie im Halbfinale gegen Frankreich gespielt. Taktisch seien sie nahezu fehlerlos gewesen, heißt es. Zeitweise habe Szczepłek sogar gedacht, als stünden mehr Spanier als Gegner auf dem Platz. Argentinien habe kein Mittel gegen das hervorragend organisierte und perfekt harmonierende spanische Team gefunden. Sie hätten diesmal so gewirkt, als wären sie elf Einzelspieler, denen das Zusammenspiel nicht gelang.

Leo Messi als vordersten Angreifer zu belassen, sollte wie in früheren Spielen zum Erfolg führen, heißt es weiter. Diesmal jedoch habe er nur selten Zuspiele erhalten. Gelang dies doch einmal, so sei Messi meist zu weit vom Tor entfernt gewesen, um gefährlich zu werden, oder verlor den Ball gegen die aufmerksam verteidigenden Spanier. Einen alternativen Plan hatte Argentinien nicht. Spanien habe dagegen rund 20 Schlüsse aufs Tor abgegeben. Am Ende sei Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez der beste Spieler seines Teams gewesen. Ist der Torwart der herausragende Pfeiler einer Mannschaft, so könne sie den Weltmeistertitel kaum gewinnen, überzeugt der Autor.

Trotz der schwachen Vorstellung Argentiniens werde das Finale, nach Szczepłek, aus mehreren Gründen dennoch in die Fußballgeschichte eingehen. Neben den Spielern habe auch Schiedsrichter Slavko Vinčić im Mittelpunkt gestanden. Die Kritik an seiner Ansetzung für das wichtigste Spiel des Turniers habe sich durch seine Entscheidungen bestätigt. Dass Vinčić als schwacher Schiedsrichter gelte, sei im Fußball weithin bekannt. Der Autor habe zudem den Eindruck gehabt: Einige Entscheidungen des Unparteiischen schienen Argentinien zu begünstigen. Auf das Endergebnis hatte dies glücklicherweise keinen Einfluss, lesen wir im Blatt.

Die Welt sei zudem Zeuge eines peinlichen Versuchs gewesen, den Fußball zu amerikanisieren, heißt es weiter im Kommentar. Schon in den vorherigen Partien habe es Anzeichen dafür gegeben. Im Finale seien die FIFA und die amerikanischen Organisatoren jedoch noch einen Schritt weiter gegangen: Damit die Stars der Halbzeitshow auftreten konnten, wurde die Pause von 15 auf 27 Minuten verlängert. Gerade in einem WM-Finale, in dem jedes Detail genau geplant sei und jeder Spieler seine individuell abgestimmte Vorbereitung und Aufwärmphase benötige, sei das ein fragwürdiger Eingriff gewesen. In den USA sei damit der Eindruck entstanden, als sei der Fußball – den viele dort nach wie vor nicht wirklich verstünden – nur ein Rahmenprogramm für die Unterhaltung. Umso besser, dass Spanien den Fußball mit seinem Sieg den Fußball gerettet hat, lautet Stefan Szczepłeks Fazit in der Rzeczpospolita.

Rzeczpospolita: Ein schwacher Staat und zwei verfeindete Nationen
Das heutige Polen sei ein schwacher Staat und bestehe aus zwei einander feindlich gesinnten Nationen, schreibt indes Marek A. Cichocki am Montag in der Rzeczpospolita. Die Polen würden häufig kritisch über das politische System der Ersten Republik sprechen, den Missbrauch der Freiheit und die zerstörerischen Folgen staatlicher Handlungsunfähigkeit oder über die Zweite Republik mit ihrem parlamentarischen Chaos und dem autoritären Sanacja-Regime. Deutlich seltener seien sie jedoch bereit, lesen wir im Blatt, eine Bilanz ihrer eigenen Leistungen der vergangenen 35 Jahre zu ziehen. Können die Polen von sich behaupten, ihren Vorfahren überlegen zu sein, weil sie einen stabileren und stärkeren Staat geschaffen haben, fragt der Autor.

Wie Polen im Vergleich zu seiner politischen Geschichte zu bewerten sei, lasse sich, Cichocki nach, heute aus einem grundlegenden Grund nur schwer beantworten: Das Land als schwacher Staat zweier verfeindeter Nationen habe bislang den entscheidenden Härtetest nicht bestehen müssen – nämlich eine unmittelbare existenzielle Bedrohung durch einen bewaffneten Konflikt. Zugleich habe sich dieses Staatsmodell überraschenderweise als tragfähig erwiesen, lesen wir. Es habe den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg der vergangenen drei Jahrzehnte ermöglicht. Es habe sich auch in schweren Systemkrisen wie der Finanzkrise im Westen, der Pandemie oder dem Krieg im Osten als widerstandsfähig gezeigt. Nach Ansicht des Autors können die Polen jedoch nicht sicher sein, dass dies im Ernstfall ausreichen würde.

Staatsmänner und Befürworter eines Aufbaus starker und politisch unabhängiger staatlicher Strukturen gehören heute wohl zu den größten Verlierern der Dritten Republik, schreibt der Autor weiter. Justiz, Staatsanwaltschaft, Bildung, Verwaltung, öffentlich-rechtliche Medien und Diplomatie seien nach und nach zu Bereichen geworden, die nicht dem Staat und den Bürgern dienen, sondern dem politischen Konflikt. Obwohl angeblich immer mehr Polen der politischen Polarisierung überdrüssig seien, seien sie gleichzeitig nicht in der Lage, eine wirksame alternative politische Vertretung zu schaffen. Deshalb bleibe die Verschärfung des Konflikts zwischen zwei verfeindeten Lagern das wichtigste Rezept für die Führung des Landes, heißt es im Kommentar.

Gleichzeitig kämen auf Polen schwierigere Zeiten zu. Das Land könnte zum Opfer geopolitischer Veränderungen werden, fährt der Autor fort. Ein schwacher Staat und zwei verfeindete Nationen könnten in einer Welt, in der die Bereitschaft zur Gewaltanwendung und zur Missachtung gemeinsamer Regeln wachse, schnell zu einem leichten Ziel werden. Der gegenseitige Hass bei jeder beliebigen Frage und die Unfähigkeit, auch nur taktische Verständigungen untereinander zu erreichen, seien zu den prägenden Merkmalen der politischen Kultur des heutigen Polens geworden. In der Praxis versperre dies den Weg zum Aufbau einer gemeinsamen Überlebensstrategie und öffne äußeren Gegnern Möglichkeiten zum Handeln. Am Ende könnten die Polen erneut das verlieren, lautet Marek A. Cichockis Schlussfolgerung in der Rzeczpospolita, was für eine politische Gemeinschaft von größter Bedeutung sei: die Freiheit, ihre eigene Zukunft selbst zu gestalten.

Onet: Krise in der PiS spitzt sich zu
Auf dem Portal Onet lesen wir über die wachsenden, internen Probleme der größten, konservativen Oppositionspartei. Wie es heißt, scheinen die jüngsten Entwicklungen in der Recht und Gerechtigkeit (PiS) darauf hinzudeuten, dass die Partei in eine Niedergangsphase eintrete. Eine Spaltung werde immer wahrscheinlicher. Parteichef Jarosław Kaczyński dürfte dadurch an Einfluss verlieren. Ex-Premier Mateusz Morawiecki hingegen würde davon allerdings zwangsläufig nicht profitieren, lesen wir. Eine mögliche neue Partei könnte schließlich weder vom Neuheitseffekt noch vom Image eines politischen Neuanfangs profitieren. „Schließlich ist er das Gesicht der früheren PiS-Regierung“, sagt die Politikwissenschaftlerin Prof. Dorota Piontek von der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań dem Nachrichtenportal.

Wie es weiter heißt, habe Jarosław Kaczyński, Morawiecki und dessen Unterstützern, ein Ultimatum gestellt: Entweder sie treten aus dem neu gegründeten Klub „Rozwój Plus“ („Entwicklung Plus") aus oder sie müssten die PiS verlassen. Es sei die jüngste Eskalation des parteiinternen Konflikts, der in der größten Spaltung der Parteigeschichte münden könnte. Die kommenden Tage dürften daher interessant werden. Parteichef Kaczyński sei nämlich zuletzt nicht gerade konsequent gewesen. Seine jüngsten Entscheidungen würden zeigen, wie nervös ihn die Entwicklung in den Umfragen mache – vor allem, zumal die beiden nationalistischen Konfederacja-Parteien zusammen inzwischen auf höhere Zustimmungswerte kämen als die PiS. Zugleich deute sein Vorgehen darauf hin, dass es an einer durchdachten Strategie fehle. Stattdessen würden kurzfristige Entscheidungen getroffen, die den Abwärtstrend der PiS in den Umfragen jedoch nicht stoppen, so die Politologin.

Sollte Kaczyński seinen Kurs jedoch konsequent durchziehen, werde auch Mateusz Morawiecki entsprechend handeln müssen, betont Piontek. Die Folge wäre eine Parteispaltung und die schwerste Krise in der Geschichte der PiS. Mit dem früheren Ministerpräsidenten könnten nämlich rund 40 Abgeordnete die Partei verlassen und sich seiner neuen Formation anschließen, lesen wir auf dem Portal.

Autor: Piotr Siemiński

Kaczyński warnt seine Koalitionspartner

01.03.2021 09:41
In einem jüngsten Interview mit der Polnischen Presseagentur PAP warnte Jarosław Kaczyński vor Versuchen, die Einigkeit des Regierungslagers zu demontieren.

Kaczyński: Zeit den polnisch-polnischen Konflikt zu beenden

11.12.2023 12:04
Die Rede von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist ein Appell an die gesamte politische Klasse, einen Weg zu einem sicheren und sich gut entwickelnden Polen unter den neuen Realitäten der heutigen Welt zu finden, sagte der Vorsitzende der Partei Recht und Gerechtigkeit PiS.

Offizielles Maskottchen: Islana begleitet U-20-Frauen-WM in Polen

07.05.2026 12:05
Das Maskottchen ist vom slawischen Volksglauben inspiriert. Islana wird als Verwandte der Rusałka beschrieben, einer Gestalt aus der slawischen Mythologie. Bei der Weltmeisterschaft soll Islana die 24 Nationalmannschaften begleiten, die in vier polnischen Gastgeberstädten antreten.

„Polen fehlt vertiefte Debatte zur Ukraine"

08.06.2026 13:00
Die Politik der Ukraine zielt darauf ab, Polens Stellung in Mitteleuropa zu schwächen. Deshalb müsse bereits jetzt eine Strategie entwickelt werden, wie man mit einem schwierigen und wenig dankbaren Partner im Osten umgehen wolle, statt auf symbolische Gesten zu setzen. Armenischer Cognac, Fisch, Tomaten, Pfeffer und Gurken wurden zu Geiseln im Kampf um den Erhalt des russischen Einflusses in dem Land. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump könnte auf eine Verbesserung der Beziehungen zu Weißrussland hinarbeiten. Dahinter stehe offenbar die Hoffnung, dadurch Gespräche mit Russland über ein Ende seines Krieges gegen die Ukraine zu erleichtern. Mehr dazu im Pressespiegel.

"Das wichtigste unwichtige Ding in der Welt“. Fußball und seine Emotionen zum 23. Mal

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Heute (11.06.) beginnt die 23. Fußball-Weltmeisterschaft. Die mit dem Sport verbundenen Emotionen hat Arkadiusz Łuba unter die Lupe genommen.

Lewandowski wechselt den Klub: „Wir haben eine Fußball-Ikone gewonnen“

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