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Chrupalla: „Das Kapitel der Reparationen ist geschlossen“

22.09.2026 13:30
In unserem heutigen Pressespiegel: AfD-Chef Tino Chrupalla über polnische Reparationsforderungen und die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen. Außerdem geht es um die Frage, ob Robert Lewandowski auch mit 38 Jahren noch eine wichtige Rolle in der polnischen Nationalmannschaft spielen kann.
Tino Chrupalla
Tino ChrupallaShutterstock/photocosmos1

INTERIA.PL: „Das Kapitel der Reparationen ist geschlossen“

Nach den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sprach Tomasz Lejman vom Portal Interia mit Tino Chrupalla, dem Co-Vorsitzenden der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland. Ein Teil des Gesprächs drehte sich um die deutsch-polnischen Beziehungen. Der Journalist wies darauf hin, dass es in Polen viele Kommentare und Fragen dazu gebe, welche Politik die AfD gegenüber Polen verfolgen würde, sollte sie künftig Regierungsverantwortung übernehmen. Dabei gehe es natürlich auch um historische Fragen, etwa die Forderungen nach Entschädigungen für den Zweiten Weltkrieg, aber auch um die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Bei der Frage nach den Reparationsforderungen verwies Chrupalla auf die deutsche Position, die von polnischer Seite nicht geteilt wird. „Ich bin der Meinung, dass alle historischen Fragen im Zwei-plus-Vier-Vertrag geregelt wurden und für uns abgeschlossen sind. Das bedeutet auch, dass wir beispielsweise polnische Reparationsforderungen nicht mehr akzeptieren. Diese Fragen wurden zu den Akten gelegt. Das Kapitel der Geschichte ist in diesen Bereichen geschlossen“, erklärte er. Der AfD-Co-Vorsitzende plädierte dafür, sich auf eine Normalisierung der geopolitischen Lage in Europa und auf gute nachbarschaftliche Handelsbeziehungen zu konzentrieren. „Wir sollten uns mit der Zukunft beschäftigen und für gute wirtschaftliche Beziehungen auf dem europäischen Kontinent sorgen. Für mich gilt das sowohl für die Ukraine als auch für Russland, aber eben auch für Polen“, sagte Chrupalla.

Lejman hakte nach: Sehe er also keine andere Lösung in der Reparationsfrage? Alle Parteien lehnten diese ab und wollten keine Zahlungen leisten. Gebe es dennoch eine andere Möglichkeit, dieses Kapitel endgültig abzuschließen? „Dieses Kapitel wurde durch Verträge abgeschlossen, und ich weiß nicht, warum jemand es wieder öffnen sollte. Das tun sicherlich sehr radikale Kräfte in Polen, aber die deutsche Gesellschaft unterstützt das nicht. Deshalb kann man dies nur zurückweisen. Ich vertrete die deutsche Gesellschaft“, antwortete Chrupalla. Mit Blick auf die Sicherheit in Europa sagte Chrupalla, die Bürger würden die Politik des Ausschlusses nicht mehr akzeptieren. Dabei gehe es nicht nur um den Ausschluss von Parteien aus der Innenpolitik und dem demokratischen System, sondern auch um die Isolierung europäischer Staaten wie Russland durch die Sanktionspolitik und die Politik der Kriegsführung. Die Bürger erwarteten einen Kurswechsel, fügte er hinzu. Eine Politik, die ausschließlich auf Eskalation, weitere Waffenlieferungen und zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Ukraine setze, ohne auf Diplomatie und Gespräche zurückzukehren, reiche nicht aus. Auch die Interessen Russlands und die bestehenden unterschiedlichen Positionen müssten berücksichtigt werden. „Für mich ist das ein Bestandteil von Maßnahmen, die dem Aufbau von Frieden in Europa dienen“, sagte der AfD-Politiker im Gespräch mit dem Portal Interia.

 

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Rekordrenten in Polen

Um die Höhe der polnischen Renten ranken sich zahlreiche Mythen. Während die Mehrheit der Senioren jeden Złoty zweimal umdrehen muss, überweist die polnische Sozialversicherungsanstalt ZUS einigen Rentnern jeden Monat Summen in Höhe eines guten Managergehalts. Eine Analyse der ZUS-Daten zeigt, dass die höchsten Renten in Polen an Menschen gehen, die in technischen, medizinischen und wissenschaftlichen Berufen sowie in Führungspositionen gearbeitet haben. Unter den Rekordrentnern finden sich vor allem Ärzte, Unternehmensdirektoren, Hochschullehrer und Wissenschaftler sowie spezialisierte Ingenieure und erfahrene Monteure. Auch Beschäftigte aus der IT- und Logistikbranche, etwa mit jahrzehntelanger Tätigkeit im Transportwesen, erhalten hohe Leistungen.

Ein hohes Gehalt allein reicht allerdings nicht aus. Allen „Rentenmillionären“ ist gemeinsam, dass sie nicht unmittelbar mit Erreichen des Rentenalters – 60 Jahre für Frauen und 65 Jahre für Männer – in den Ruhestand gegangen sind. Ihr Geheimnis ist eine außergewöhnlich lange Berufslaufbahn, häufig von mehr als 50 oder sogar 60 Jahren. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist eine Frau aus Bydgoszcz, die offiziell den polnischen Rekord unter den Frauen hält. Sie ging erst nach ihrem 81. Geburtstag in Rente, nachdem sie mehr als 61 Jahre gearbeitet hatte. Dank der hohen Rentenanpassungen der vergangenen Jahre erhält sie inzwischen mehr als 42 Tusend PLN brutto im Monat.

Am anderen Ende der Skala stehen die Mindestrenten und die sogenannten Kleinst­renten. Die niedrigste Rente in Polen beträgt derzeit weniger als 2 Tausend PLN brutto. Nach Abzug allein des Krankenversicherungsbeitrags bleiben ca. 1.800 PLN netto. Wer diese Mindestversicherungszeit nicht erreicht und beispielsweise nur einen einzigen Tag gearbeitet hat, erhält eine Leistung, die ausschließlich anhand des symbolisch angesammelten Rentenkapitals berechnet wird. Die niedrigsten Renten dieser Art betragen in Polen derzeit gerade einmal zwei Groschen im Monat. Sie werden unter anderem in den Woiwodschaften Lublin und Niederschlesien ausgezahlt, berichtet die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna.

 

WP SPORTOWE FAKTY: Lewandowski auch mit 38 noch unverzichtbar?

Die polnische Nationalmannschaft beginnt ihr Trainingslager vor vier Spielen in der Division B der Nations League. Besonders für Robert Lewandowski wird es ein besonderes Zusammenkommen: Der Kapitän der Nationalmannschaft wird erstmals seit seinem Wechsel nach Chicago dabei sein. Lewandowski ist im August 38 Jahre alt geworden, erinnert das Portal Sportowe Fakty. Zudem spielt er nicht mehr in einer der führenden europäischen Ligen. Deshalb wird immer wieder gefordert, die Nationalmannschaft zu verjüngen und nach möglichen Nachfolgern zu suchen.

Der frühere polnische Nationalmannschaftskapitän und 96-malige Nationalspieler Jacek Bąk teilt diese Ansicht allerdings nicht. Seiner Meinung nach sollte für Lewandowski weiterhin ein Platz im Team vorhanden sein. „Nicht die Journalisten oder die Fans werden über seine Einsätze entscheiden, sondern er selbst. Natürlich ist er nicht mehr derselbe Fußballer wie früher und erzielt nicht mehr Tore auf Bestellung. Er ist aber unser Aushängeschild und eine wichtige Figur in der Mannschaft. Er wird auf jeden Fall alles geben“, sagte Bąk dem Portal WP Sportowe Fakty. Auch Nationaltrainer Jan Urban ging offenbar von dieser Einschätzung aus und nominierte Lewandowski für die kommenden Spiele. Bąk wies zudem darauf hin, dass der Stürmer von Chicago Fire in der Nationalmannschaft derzeit keine besonders starke Konkurrenz habe. „Er sollte so lange wie möglich für die Nationalmannschaft spielen“, sagte Bąk.

Autor: Jakub Kukla

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