Landwirte in Ostpolen haben seit Freitag den Verkehr nahe der Grenze zur Ukraine blockiert, um gegen den Zustrom von ukrainischem Getreide zu protestieren. Rund 450 Lastwagen warten in einer 13 Kilometer langen Schlange auf den Grenzübertritt in Dorohusk. Nur zwei Fahrzeuge pro Stunde dürfen passieren.
Die polnischen Landwirte beschweren sich seit Monaten über den Zustrom ukrainischer Produkte nach Polen, der die lokalen Preise herabsetzt und den Verkauf ihres eigenen Getreides erschwert. Der jüngste Protest kam trotz der Bemühungen Polens und der EU, die Auswirkungen ukrainischer Agrarerzeugnisse auf den Markt zu verringern.
Am Freitagabend traf sich Polens Landwirtschaftsminister mit Vertretern der Demonstranten in Dorohusk. Robert Telus zufolge werden fast alle Forderungen der Landwirte bereits von der Regierung umgesetzt, u.a. durch Subventionen in Höhe von ca. 675 EUR pro Hektar Weizen.
Auf Druck der Landwirte hat Polen im April ein vorübergehendes Verbot für ukrainische Lebensmittel verhängt, das von der Europäischen Union als einseitig angefochten wurde. Die Argumente der an die Ukraine angrenzenden EU-Mitgliedstaaten haben die Europäische Kommission (EK) dazu bewegt, ein EU-Verbot für ukrainisches Getreide in den Nachbarländern der Ukraine einzuführen. Am 6. Juni verlängerte die EK das Einfuhrverbot für Weizen, Mais, Raps und Sonnenblumenkerne aus der Ukraine bis Mitte September.
PAP/ps