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Außenminister: In Deutschland laufen gefährliche Prozesse ab

05.09.2023 07:40
Die ungelöste Frage der deutschen Reparationen für den Zweiten Weltkrieg belastet weiterhin die aktuelle deutsch-polnische Politik, findet der stellvertretende Außenminister Arkadiusz Mularczyk. 
Arkadiusz Mularczyk
Arkadiusz MularczykPAP/Łukasz Gągulski

„Diese ungelösten historischen Fragen beeinflussen weiterhin die polnisch-deutschen Beziehungen und wirken sich auch auf die Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland in der NATO und der Europäischen Union aus, da sie zu Spannungen führen”, sagte Mularczyk kurz vor seiner Abreise nach London.

Wie er am Montag betonte, haben die ungelösten Fragen Auswirkungen auf die aktuelle Politik, „denn sie bestimmen die Einmischung einiger deutscher Kreise in die demokratischen Prozesse in Polen. Und das ist sehr gefährlich und wir signalisieren das”, so der Politiker.

„Wir sehen einen Prozess des wegwischens der Verantwortung der Deutschen und Deutschlands für den Zweiten Weltkrieg … Und wir sehen leider auch einige revisionistische Slogans. Wir als Deutschlands Nachbarn sehen das, und so wie wir vor der Politik Russlands gewarnt haben, warnen wir heute vor der Politik Deutschlands. Wir warnen unsere Partner, unsere Verbündeten, damit sie sich dessen bewusst sind, was in Deutschland passiert, was in der deutschen Gesellschaft passiert”.

Seiner Meinung nach, sei es wichtig, „bei unseren Verbündeten ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das Thema Reparationen die deutsche Politik immer noch beeinflusst und prägt”.

„Und ich denke, es lohnt sich auch für unsere Verbündeten im Vereinigten Königreich und in den USA, die gefährlichen Prozesse zu sehen, die heute in Deutschland ablaufen”, so der stellvertretende Außenminister.

Vor einem Jahr wurde der Bericht über die Verluste vorgestellt, die Polen infolge der deutschen Aggression und Besetzung von 1939 bis 1945 erlitten hatte. Der Bericht war von einem Team unter der Leitung von Arkadiusz Mularczyk erstellt worden. Der Dokumentation schätzt die Verluste auf 6 Billionen 220 Milliarden 609 Millionen Złoty.


PAP/jc