Deutsche Redaktion

Deutscher Anwalt: Warum nicht ein U-Boot als Reparationszahlung an Polen übergeben?

11.01.2026 13:00
Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz (MSC), ehemalige Diplomat und Anwalt Wolfgang Ischinger, sprach sich in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters für die Übergabe eines U-Boots oder einer Fregatte durch Deutschland an Polen aus. Ischinger verband diesen Vorschlag mit dem weiterhin brennenden Thema der Reparationsforderungen für den Zweiten Weltkrieg.
Wolfgang Ischinger hoffe Polen werde beim nchsten Treffen, wenn die Europer im Weien Haus mit Prsident Donald Trump ber die Zukunft der Ukraine sprechen, gemeinsam mit Deutschland und anderen Lndern am Tisch sitzen.
Wolfgang Ischinger hoffe Polen werde beim nächsten Treffen, wenn „die Europäer im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump über die Zukunft der Ukraine sprechen“, gemeinsam mit Deutschland und anderen Ländern am Tisch sitzen. PAP/EPA/OMER MESSINGER

Da wir derzeit so viel Geld für die Verteidigung ausgeben können und die Frage der Reparationen aus der Perspektive der polnischen politischen Eliten noch offen bleibt, warum sollten wir ihnen (Polen) nicht zum Beispiel ein U-Boot, eine Fregatte oder andere militärische Ausrüstungen überlassen", sagte Ischinger gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In der Vision des MSC-Vorsitzenden könnte Polen die militärische Ausrüstung kostenlos erhalten. Dies wäre seiner Meinung nach eine äußerst gute Investition aus der Sicht politischer Klugheit".

Im September erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für die Zusammenarbeit mit Polen, Knut Abraham, dass, obwohl die Frage der Kriegsreparationen rechtlich abgeschlossen sei, es eine "moderne Übersetzung" der historischen Verpflichtung gegenüber Polen benötige. Wie er vorschlug, könnte dies in Form einer vertieften Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit erfolgen.

„In den Diskussionen über die Ukraine sollte Polen einen festen Platz haben”

Im Gespräch mit der polnischen Presseagentur PAP im Dezember sagte Ischinger, er könne sich nicht vorstellen, dass ein ausgehandeltes Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine ohne die aktive Beteiligung Polens umgesetzt werden könnte. Seiner Einschätzung nach sollte Polen in den Diskussionen über die Ukraine einen festen Platz haben.

Wolfgang Ischinger ist ein 79-jähriger ehemaliger Diplomat und Jurist, der von 2008 bis 2022 die renommierte Münchener Sicherheitskonferenz (MSC) leitete. Zuvor hatte er hohe Positionen im deutschen Außenministerium inne und war unter anderem Botschafter in den USA und Großbritannien. Im Jahr 2025 übernahm Ischinger erneut vorübergehend die Leitung der MSC, bis der ehemalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg diese Funktion übernahm.

PAP/Reuters/ps

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