„Die Flut elektrischer, ‚intelligenter‘ Fahrzeuge in Europa birgt das Risiko von Überwachung und sogar von Sabotageakten. Autos, die ihre Umgebung überwachen und Daten sammeln, stellen eine reale Bedrohung dar – insbesondere dann, wenn die Informationen ins Ausland gelangen. Das Zentrum für Oststudien (OSW), das die Problematik untersucht hat, warnt, solche Fahrzeuge könnten für Peking und indirekt auch für Moskau ‚spionieren‘“, hieß es in dem Artikel.
Wie „Rzeczpospolita“ schrieb, sollen die mit modernen Technologien ausgestatteten chinesischen Autos große Mengen an Daten sammeln. Kameras und LiDAR-Systeme (Kartierungstechnologien) könnten dreidimensionale Karten etwa von Militärstützpunkten und kritischer Infrastruktur erstellen und Truppenbewegungen verfolgen. „Es besteht die Möglichkeit einer Fernübernahme der Kontrolle über die Fahrzeuge und in der Folge das Risiko von Straßenblockaden“, so die Zeitung.
Der Koordinator der Spezialdienste, Tomasz Siemoniak, betonte im Gespräch mit der Tageszeitung, die Angelegenheit sei ernst und werde von der Regierung wahrgenommen. Auch das Außenministerium sowie das Digitalisierungsministerium würden hier eine führende Rolle spielen. Zu den chinesischen Autos hat sich auch Staatssekretär im Ministerium für Digitalisierung, Michał Gramatyka, im Gespraech mit derm privaten Radiosender RMF FM geäußert.
„Ich kann mir eine Situation vorstellen, in der ein Fahrzeug mit elf Kameras auf das Gelände eines gesperrten Ministeriums fährt“, sagte der Vizeminister. Er verwies zudem auf Erfahrungen der britischen Armee, die zunächst mehrere Hundert Elektro- und Hybridfahrzeuge der Marke MG gekauft habe. Anschließend wurden sehr strenge Empfehlungen herausgegeben: Einige dieser Fahrzeuge dürfen militärische Einrichtungen nicht befahren. Es ist verboten, in ihnen Telefone zu laden oder sie über USB anzuschließen. Im Innenraum gibt es Aufkleber mit dem Hinweis, keine Gespräche zu führen, die vertrauliche Angelegenheiten betreffen könnten“, sagte Gramatyka.
PAP/Rz/ps