Im UN-Sicherheitsrat haben die Vereinigten Staaten, Polen, die Ukraine und weitere Staaten Russland vorgeworfen, mit neuen Angriffen den Friedensprozess zu sabotieren und den Krieg weiter zu eskalieren. Thema der Sitzung waren die jüngsten russischen Angriffe sowie die Lage der Zivilbevölkerung in der Ukraine.
Die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, sagte, das Vorgehen Moskaus stehe im Widerspruch zu dessen Erklärungen, den Krieg beenden zu wollen. Sie verwies auf einen Angriff mit einer ballistischen Rakete vom Typ Oreschnik nahe der Grenze zu Polen und zum NATO-Gebiet und sprach von einer gefährlichen und nicht zu rechtfertigenden Eskalation.
Auch Polen schloss sich der Kritik an. UN-Botschafter Krzysztof Szczerski forderte eine Fortsetzung der militärischen und wirtschaftlichen Unterstützung für die Ukraine, um deren Position in möglichen Friedensverhandlungen zu stärken. Ähnlich äußerten sich Vertreter der Mehrheit der Sicherheitsratsmitglieder.
Russland wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Ukraine blockiere selbst den Fortschritt möglicher Gespräche. Die Offensive werde fortgesetzt, bis Kiew die von Moskau geforderten Verhandlungsbedingungen akzeptiere.
Unterdessen veröffentlichte die Nachrichtenagentur Bloomberg neue Zahlen zu den Folgen der Angriffe: Im vergangenen Jahr seien mehr als 2.400 ukrainische Zivilisten durch russische Drohnen- und Raketenangriffe getötet und rund 12.000 verletzt worden. In den vergangenen sechs Monaten habe Russland im Durchschnitt fast 5.500 Drohnen pro Monat auf ukrainische Städte abgefeuert.
IAR/adn