Deutsche Redaktion

Owsiak: „Die Polen sind mit uns“

23.01.2026 10:33
Kurz vor dem 34. Finale der Großen Orchester der Weihnachtshilfe (WOŚP) sieht deren Gründer und Vorsitzender Jerzy Owsiak keinen Bedarf mehr, die Polen um Unterstützung zu bitten. „Es braucht keine Appelle mehr, damit die Menschen mit uns spielen. Die Polen sind mit uns“, sagte Owsiak der polnischen Nachrichtenagentur PAP.
Prezes WOŚP Jurek Owsiak
Prezes WOŚP Jurek Owsiak PAP/Albert Zawada

Nach seinen Worten ist die Stimmung in der Stiftung ungewöhnlich ruhig. „Es ist ruhig. So einen Moment kann ich mich seit drei Jahrzehnten nicht erinnern. Alles ist geordnet“, sagte Owsiak. Noch vor einem Jahr sei die Zeit vor dem Finale von Drohungen und Polizeibesuchen geprägt gewesen. „Das war eine Zeit, die ich auf Polizeiwachen verbracht habe, mit Protokollen und Überprüfungen wegen der Drohungen, die ich bekommen habe“, erinnerte er.

Heute sei das anders: „Jetzt habe ich Zeit für die Menschen. Ich spreche mit unseren Gästen, wir machen Fotos, wir filmen uns. Es ist wieder schön.“ Die gegen ihn und die Stiftung gerichteten Hasskampagnen hätten letztlich zu mehr Zusammenhalt geführt. „Der Hass hat die uns wohlgesinnten Menschen zusammengeschweißt. Sie sind unsere Anwälte geworden und stehen hinter uns wie eine Mauer“, sagte Owsiak.

Zugleich habe er sein eigenes Verhalten geändert. „Ich reagiere heute anders auf Hass. Ich fasse das nicht mehr an, habe auf Facebook-Einträge verzichtet – und das hat mich befreit“, erklärte er. Er konzentriere sich nun auf das Wesentliche und veröffentliche lediglich kurze Videos von den Vorbereitungen auf das Finale. „Ich sehe, dass diese den Menschen Freude machen.“ 

Der Erlös des diesjährigen Finales soll der Kinder-Gastroenterologie zugutekommen. Die Entscheidung sei nach Konsultationen mit Experten gefallen. „Wir wollen Geräte kaufen, die die Behandlung von Erkrankungen des Verdauungssystems bei Kindern deutlich voranbringen – nicht für eine einzelne Klinik, sondern für alle hochspezialisierten Zentren im Land“, sagte Owsiak. Ziel sei es, moderne Diagnostik und innovative Therapien zum Alltag in polnischen Krankenhäusern zu machen.

Owsiak äußerte sich auch zu der öffentlichen Unterstützung durch Ministerpräsident Donald Tusk, der in sozialen Medien vor Angriffen auf ihn und die Stiftung gewarnt hatte. „Es ist schön, dass der Premierminister gezeigt hat, dass das, was wir tun, wichtig ist“, sagte Owsiak. Zugleich betonte er: „Ich glaube, dass es heute nicht einmal mehr Bitten braucht – die Polen sind mit uns.“

Der langjährige Vorsitzende kündigte zudem an, seine Rolle in der Stiftung schrittweise verändern zu wollen. „Das ist absolut kein Rücktritt“, stellte er klar. „Ich möchte den Raum ruhig und ohne Überraschungen für Veränderungen vorbereiten.“ Die Große Orchester der Weihnachtshilfe sei längst mehr als eine Person. „WOŚP ist eine Stiftung mit 70 Mitarbeitern. Entscheidungen treffen wir gemeinsam im Vorstand“, sagte Owsiak.

Langfristig wolle er sich auch Zeit für eigene Leidenschaften nehmen. „Es gibt Dinge, die tief in mir stecken und für die ich Energie haben möchte“, sagte Owsiak. „Malerei und Musik – darauf würde ich gerne mehr Raum verwenden.“


PAP/jc

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