Deutsche Redaktion

Nach Schlagabtausch in München: Tschechiens Außenminister reist nach Warschau

16.02.2026 12:00
Nach einem öffentlichen Schlagabtausch auf der Münchner Sicherheitskonferenz reist Tschechiens Außenminister Petr Macinka zu Gesprächen mit seinem polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski nach Warschau. Auslöser der Kontroverse waren Macinkas Zweifel am demokratischen Mandat von EU-Institutionen, denen Sikorski entschieden widersprach. Die Debatte über ein mögliches „demokratisches Defizit“ der EU dürfte die bilateralen Gespräche prägen.
Macinka i Sikorski starli się na konferencji w Monachium
Macinka i Sikorski starli się na konferencji w MonachiumMunich Security Conference (screen)

Nach einer kontroversen Debatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz reist Tschechiens Außenminister Petr Macinka zu Gesprächen nach Warschau. Dort trifft er seinen polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski. Ihr öffentlicher Schlagabtausch vom Wochenende wird in Tschechien intensiv diskutiert.

Auslöser der Kontroverse war Macinkas Aussage, in der er das demokratische Mandat von EU-Institutionen infrage stellte. Sikorski widersprach und verwies auf die vertraglichen Grundlagen und Entscheidungsstrukturen der Europäischen Union. EU-Kommissar Jozef Síkela dankte dem polnischen Minister für die Klarstellung zu – wie er es formulierte – antieuropäischer Desinformation.

Auch innerhalb Tschechiens fiel die Reaktion kritisch aus. Oppositionspolitiker warfen Macinka mangelnde Vorbereitung und fehlende Sachargumente vor. Auf demselben Podium war es zudem zu einem Wortwechsel mit der früheren US-Außenministerin Hillary Clinton gekommen. Dabei ging es um den US-Präsidenten Donald Trump sowie um gesellschaftspolitische Fragen.

Macinka wies die Kritik zurück. Er sehe keinen Anlass zur Selbstkritik und betonte Übereinstimmungen mit Sikorski in zentralen außenpolitischen Fragen. Bei dem Treffen in Warschau wolle er die Debatte über ein mögliches „demokratisches Defizit“ der EU fortsetzen.

IAR/adn

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"Tiefe Risse im Westen"

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