Zwar liege es im Interesse Polens, dass die Ukraine der Europäischen Union beitrete. Gleichzeitig wolle er sich jedoch nicht auf einen konkreten Zeitplan festlegen. Niemczycki verwies darauf, dass der Beitritt auch im Zusammenhang mit Gesprächen über einen möglichen Friedensplan stehe.
„Wir alle wissen, dass eine mögliche Mitgliedschaft der Ukraine ein Bestandteil eines solchen Plans sein wird“, sagte der Politiker am Rande eines Treffens der EU-Minister, die für die Erweiterung der Union zuständig sind.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag erklärt, sein Land werde technisch vollständig bereit sein, 2027 EU-Mitglied zu werden. Das Datum wurde auch in Verbindung mit einem von den USA ins Gespräch gebrachten Friedensplan genannt.
Niemczycki brachte zudem die Möglichkeit einer Teilmitgliedschaft ins Spiel. Eine Lösung, bei der die Ukraine etwa nicht an der Kohäsionspolitik oder der Gemeinsamen Agrarpolitik teilnehmen würde, sei „nicht unmöglich“.
„Beitrittsverträge stehen auf derselben Ebene wie die EU-Verträge, daher kann man sich so etwas vorstellen“, sagte er. Gleichzeitig stellte er infrage, ob die Ukraine an einem solchen Modell interessiert wäre.
Wichtig sei außerdem, ob eine solche Lösung die Interessen polnischer Landwirte und Unternehmen ausreichend schützen würde, betonte der Vizeaußenminister.
PAP/jc