Deutsche Redaktion

Mindestens 5002 Tote bei Protesten im Iran

23.01.2026 12:03
Die Zahl der bestätigten Todesopfer der anhaltenden Protestwelle im Iran ist nach Angaben von Aktivisten auf mindestens 5002 gestiegen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die Menschenrechtsorganisation HRANA (Human Rights Activists News Agency). Die tatsächliche Zahl dürfte weiter steigen, warnten die Aktivisten. Seit rund zwei Wochen ist der Internetzugang im Iran weitgehend unterbrochen, was die Informationslage erheblich erschwert.
Die Lage im Iran spitzt sich weiter zu. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind bei den anhaltenden Protesten inzwischen mindestens 5002 Menschen ums Leben gekommen.
Die Lage im Iran spitzt sich weiter zu. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind bei den anhaltenden Protesten inzwischen mindestens 5002 Menschen ums Leben gekommen.Parspix/ABACA/East News

Nach Angaben von HRANA kamen unter den Toten 4716 Demonstranten ums Leben. Weitere 203 Opfer seien Angehörige der Sicherheitskräfte oder mit der Regierung verbundene Personen gewesen. Zudem wurden 43 Kinder sowie 40 unbeteiligte Zivilisten getötet. Im Zuge einer ausgeweiteten Verhaftungswelle seien mehr als 26.800 Menschen festgenommen worden.

Die Organisation, die ihren Sitz in den USA hat und sich auf ein Netzwerk von Aktivisten im Iran stützt, erklärte, es bestehe die Sorge, dass die Opferzahl weiter ansteigen werde. Bei früheren Protesten habe HRANA vergleichsweise verlässliche Daten liefern können.

Die iranischen Behörden hatten am Mittwoch erklärt, seit Beginn der Proteste am 28. Dezember 2025 seien 3117 Menschen ums Leben gekommen. Davon seien 2427 Demonstranten und Angehörige staatlicher Kräfte gewesen, die übrigen bezeichnete die Regierung als „Terroristen“. In der Vergangenheit hatte die Führung der Islamischen Republik Opferzahlen bei Unruhen häufig heruntergespielt oder gar nicht veröffentlicht.


Die neuen Angaben fallen in eine Phase erhöhter internationaler Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte im Zusammenhang mit den Protesten zwei „rote Linien“ genannt: das Töten friedlicher Demonstranten und Massenhinrichtungen in Teheran. Wie israelische und US-Medien berichteten, verlegten die Vereinigten Staaten zusätzliche militärische Mittel in den Nahen Osten, darunter den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln samt Begleitschiffen.

Trump sagte am Donnerstag an Bord der Air Force One, die USA verlegten eine „Armada“ von Kriegsschiffen in Richtung Iran – „für den Fall der Fälle“. „Vielleicht werden wir sie nicht einsetzen müssen“, sagte Trump. „Ich hoffe, dass nichts passiert, aber wir beobachten den Iran sehr genau.“


PAP/IAR/jc

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