Deutsche Redaktion

Polen setzt Evakuierung aus dem Nahen Osten fort

11.03.2026 11:30
Nach Angaben der Regierung sind bislang rund 11.500 polnische Staatsbürger aus Ländern des Nahen Ostens nach Polen zurückgekehrt. Allein 1.500 Menschen seien in den vergangenen Tagen ausgeflogen worden, sagte der Sport- und Tourismusminister Jakub Rutnicki.
Weitere Polen aus dem Nahen Osten knnten noch in dieser Nacht nach Polen zurckkehren.
Weitere Polen aus dem Nahen Osten könnten noch in dieser Nacht nach Polen zurückkehren.screenshot X

Derzeit würden die letzten beiden Evakuierungsflüge vorbereitet. Sollten die Vorbereitungen planmäßig verlaufen, könnten noch in der Nacht weitere Passagiere in Polen landen, erklärte der Minister.

Die Evakuierung erfolge teilweise im Rahmen eines europäischen Mechanismus, über den zwei Flugzeuge bereitgestellt wurden. In diesem Moment übernehme die Europäische Union die Kosten für die Evakuierung polnischer Bürger, sagte Rutnicki.

Nach seinen Angaben wurden zudem Buskonvois in zwei Richtungen entsandt, um Polen aus verschiedenen Staaten der Region zu sammeln. Eine Route führe von Doha nach Riad in Saudi-Arabien, wo ein Evakuierungsflug starten solle. Dabei würden auch polnische Staatsbürger aus Katar, Bahrain und Kuwait aufgenommen. Die zweite Route verlaufe über Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Außenminister Radosław Sikorski hatte bereits am Sonntag nach einem Treffen eines Koordinierungsteams zur Lage im Nahen Osten erklärt, dass sich die meisten polnischen Staatsbürger derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhielten. Dort würden kommerzielle Flugverbindungen schrittweise wieder aufgenommen, mit einer täglichen Kapazität von rund 80.000 Passagieren. Nach Angaben Sikorskis kehren deshalb täglich etwa 1.000 Polen mit regulären Flügen in die Heimat zurück.

Auslöser der angespannten Lage in der Region war ein Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar, bei der oberste religiöse Führer Ajatollah Ali Chamenei sowie weitere hochrangige Vertreter getötet wurden. Teheran reagierte mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region. In der Folge stellten zahlreiche Fluggesellschaften ihre Verbindungen in Teile des Nahen Ostens vorübergehend ein.


IAR/jc

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