Deutsche Redaktion

Historiker mit Polen-Kompetenz übernimmt Vertriebenen-Museum in Berlin

27.03.2026 11:10
Zuvor hatte die Kandidatur des CDU-Politikers Sven Oole auf beiden Seiten der Oder für Unruhe gesorgt. Er wurde vom Bund der Vertriebenen unterstützt, der die Erzählweise der Dauerausstellung verändern möchte.
Wypędzeni Niemcy sudeccy
Wypędzeni Niemcy sudeccyForrás/Wikipedia

Das Berliner Museum „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ hat mit Roland Borchers einen neuen Direktor. Die Entscheidung für den Historiker, der sich wissenschaftlich mit der Geschichte Polens befasst hat, gilt als Chance, die Kontroversen um die Besetzung des Postens zu beenden.

Borchers spricht fließend Polnisch und promovierte an der Freien Universität Berlin über die Zwangsarbeit von Polinnen und Polen während des Zweiten Weltkriegs. Hanna Radziejowska, Leiterin des Pilecki-Instituts in Berlin, bezeichnete die Berufung als ein gutes und interessantes Signal.

Zuvor hatte die Kandidatur des CDU-Politikers Sven Oole auf beiden Seiten der Oder für Unruhe gesorgt. Er wurde vom Bund der Vertriebenen unterstützt, der die Erzählweise der Dauerausstellung verändern möchte. Nach dessen Ansicht wird der Zweite Weltkrieg als Ursache der späteren Vertreibungen zu stark betont, während das Leid der Vertriebenen zu wenig Beachtung finde.

Das Thema hatte über Jahre auch die deutsch-polnischen Beziehungen belastet. Kommentatoren verbinden die Ernennung von Borchers daher mit der Hoffnung, dass neue Spannungen ausbleiben.

IAR/adn


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