Deutsche Redaktion

Hilfe für die Ostsee. Schwedisch-polnische Organisation als Beispiel vorbildlicher Zusammenarbeit

28.03.2026 14:30
Die schwedisch-polnische Organisation „Race For The Baltic" wurde am Freitag auf einem Seminar in Stockholm im Rahmen des polnischen Vorsitzes im Rat der Ostseestaaten als Beispiel vorbildlicher Zusammenarbeit zum Schutz der Ostsee vorgestellt.
Grnder der Organisation Race For The Baltic ist der schwedische Skype-Mitbegrnder Niklas Zennstrm. Die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Erfindung setzt dieser fr Manahmen zum Schutz der Ostsee vor Algen- und Cyanobakterienblten ein.
Gründer der Organisation Race For The Baltic ist der schwedische Skype-Mitbegründer Niklas Zennström. Die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Erfindung setzt dieser für Maßnahmen zum Schutz der Ostsee vor Algen- und Cyanobakterienblüten ein.Race For The Baltic/X

Gründer der Organisation Race For The Baltic ist der schwedische Skype-Mitbegründer Niklas Zennström. Die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Erfindung setzt dieser für Maßnahmen zum Schutz der Ostsee vor Algen- und Cyanobakterienblüten ein. „Auf dem Grund der Ostsee sind 70.000 Quadratkilometer, also etwa doppelt so viel wie die Fläche Dänemarks, eine sauerstofffreie Zone – eine Wüste, in der das Leben abstirbt. Ursache ist der Prozess der Überdüngung, also Nährstoffeinträge wie Phosphor und Stickstoff“, sagte der Leiter von Race For The Baltic, Marcin Kotlarek.

Wie er erklärte, befasse sich die Organisation mit den Ursachen der Probleme an Land. „Wir arbeiten mit der Landwirtschaft, um Gülle und Mist besser zu lagern, damit nichts austritt. Ein weiteres Problem, mit dem wir uns befassen, sind undichte Abwassersammelgruben in Polen“, betonte er. Wie Kotlarek hinzufügte, arbeite „Race For The Baltic" auch mit Düngemittel herstellenden Chemieunternehmen zusammen, um das Abfallprodukt Phosphorgips zu sichern und Nutzungsmöglichkeiten dafür zu finden.

Ein weiterer wichtiger Partner seien polnische Kohlekraftwerke. „Bei der Verbrennung von Kohle entsteht Gips, und wir haben dafür eine Lösung gefunden. Er kann auf Feldern ausgebracht werden, wo er hilft, Phosphor und Stickstoff zu binden. Der Dünger bleibt dadurch länger für Pflanzen verfügbar und wird nicht durch den Boden ins Meer ausgewaschen“, erklärte er.

Weitere Partner der Organisation seien Häfen. Dort würden Maßnahmen eingeleitet, um das Eintragen von Düngemitteln ins Meer während des Umschlags zu begrenzen. In Polen wurde zudem ein Projekt gestartet, um Flüsse besser vor dem Zufluss schädlicher Nährstoffen zu schützen. Die Organisation auch in Schweden tätig, auf der Insel Gotland, vor deren Küste sich ein großes Tief mit sauerstoffarmen Zonen befindet. Stellvertretende „Race For The Baltic"- Vorsitzende ist die Schwedin Fanny Tham Ratz. Die Organisation unterhält Büros sowohl in Schweden als auch in Polen.

Das Seminar im Sitz des Sekretariats des Rat der Ostseestaaten in Stockholm wurde von der polnischen Botschaft in Schweden organisiert. An der Debatte haben der Staatssekretär im schwedischen Ministerium für Klima und Wirtschaft, Daniel Westlén, die Beraterin der polnischen Klima- und Umweltministerin, Paula Hanasz, sowie Johan Wult von der Vertretung der Europäische Kommission in Stockholm teilgenommen. Am zweiten Panel haben sich zudem Rüdiger Strempel, Exekutivsekretär der HELCOM, sowie Henrik Österblom von der Universität Stockholm beteiligt.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass zur Verbesserung des Umweltzustands der Ostsee die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und der Wirtschaft intensiviert werden müsse. Die Aktivitäten von „Race For The Baltic" wurden als Beispiel vorbildlicher regionaler Zusammenarbeit zwischen Schweden und Polen zur Verbesserung des Ostsee-Ökosystems gewürdigt. Unter den Gästen waren Diplomaten, Wissenschaftler sowie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind.

PAP/Race4theBaltic/ps

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