Deutsche Redaktion

Oppositionschef ruft Anhänger zur Finanzierung seiner PiS-Partei auf

17.04.2026 06:00
Oppositionsführer Jarosław Kaczyński hat die Unterstützer seiner rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) zu Spenden aufgerufen. Grund sei ein Finanzierungsstreit, der die Partei in Schwierigkeiten gebracht habe.
PiS-Vorsitzender Jarosław Kaczyński, Fraktionschef Mariusz Błaszczak, Parteischatzmeister und Abgeordneter Henryk Kowalczyk sowie weitere Politiker der Partei bei einer Pressekonferenz im Parteisitz in Warschau am 16.04.2026. Thema des Treffens war die Finanzierung der Partei.
PiS-Vorsitzender Jarosław Kaczyński, Fraktionschef Mariusz Błaszczak, Parteischatzmeister und Abgeordneter Henryk Kowalczyk sowie weitere Politiker der Partei bei einer Pressekonferenz im Parteisitz in Warschau am 16.04.2026. Thema des Treffens war die Finanzierung der Partei.PAP/Rafał Guz

Bei einer Rede in der Parteizentrale in Warschau am Donnerstag erklärte Kaczyński der PiS seien staatliche Mittel in Höhe von rund 11 Millionen Euro entzogen worden. Die nationalkonservative Partei, die Polen von 2015 bis Ende 2023 regiert hatte, stehe damit vor erheblichen finanziellen Problemen. „Wir haben sehr viele Ausgaben“, sagte Kaczyński und rief die Anhänger der PiS sowie das breitere rechte Spektrum dazu auf, die Partei finanziell zu unterstützen. „Jeder Beitrag zählt“, fügte er hinzu und betonte, auch kleine Spenden seien wichtig.

Wie Kaczyński erklärte, könne die PiS die Parlamentswahl im kommenden Jahr gewinnen, wie sie bereits im vergangenen Jahr zum Sieg von Karol Nawrocki bei der Präsidentschaftswahl beigetragen habe. Ohne zusätzliche Mittel würde dies jedoch „sehr schwierig“ sein. Die Partei habe weiterhin Spender. Die Unterstützung reiche allerdings für die aktuellen Bedürfnisse nicht aus.

Der Vorsitzende der PiS-Parlamentsfraktion, Mariusz Błaszczak, sagte, die Abgeordneten der Partei würden bereits zusätzliche monatliche Beiträge leisten – ca. 240 Euro von Mitgliedern des polnischen Parlaments und ca. 1240 Euro von Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Diese Zahlungen würden jedoch nicht ausreichen, um die Kosten einer Partei zu decken, die im ganzen Land unterwegs sei und ihr politisches Programm vorbereite.

Der Streit um die staatlichen Zuschüsse reicht bis August 2024 zurück. Damals hat die Staatliche Wahlkommission (PKW) den Finanzbericht der PiS für den Parlamentswahlkampf 2023 wegen Unregelmäßigkeiten bei Ausgaben in Höhe von ca. 850 Tausend Euro zurückgewiesen. In der Folge hatte das Finanzministerium die der Partei zustehenden öffentlichen Mittel gekürzt

Wie der Schatzmeister der Partei, Henryk Kowalczyk, erklärte, würde die gegen die PiS verhängte Sanktion über drei Jahre verteilt. Reguläre Zuschusszahlungen seien erst ab April 2027 wieder zu erwarten. Er rief die Unterstützer auf zu spenden, wie bereits vor der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr. Seinen Angaben zufolge habe damals das Wahlkomitee von Nawrocki ca. 5,5 Millionen Euro erhalten.

In Polen erhalten Parteien, die bei Parlamentswahlen ausreichend Stimmen erzielen, staatliche Finanzierung. Die Zuschüsse sind damit ein wichtiger Bestandteil ihrer laufenden politischen Tätigkeit.

IAR/PR/ps

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