Deutsche Redaktion

Politico: Tusk und Macron sprechen über gemeinsame Atomübungen

22.04.2026 06:38
Polens Ministerpräsident Donald Tusk und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben laut einem Medienbericht über mögliche gemeinsame Nuklearübungen gesprochen. Das berichtete das Portal Politico nach einem Treffen beider Politiker am Montag in Gdańsk.
Emmanuel Macron i Donald Tusk
Emmanuel Macron i Donald Tusk ANDRZEJ IWANCZUK/REPORTER/East News

Macron sagte demnach auf einer Pressekonferenz, man erwäge unter anderem den Austausch von Informationen sowie gemeinsame Übungen im nuklearen Bereich. Hintergrund ist Frankreichs Vorstoß, europäische Partner stärker in seine nukleare Abschreckungsstrategie einzubinden.

Frankreich ist das einzige EU-Land mit eigenen Atomwaffen. Macron hatte bereits zuvor einen „neuen Abschnitt“ der nuklearen Abschreckung angekündigt, in dem europäische Staaten stärker eingebunden werden sollen. Anfang März hatte er erklärt, acht Länder – darunter Polen, Deutschland und Großbritannien – hätten Interesse an einer Beteiligung signalisiert.

Tusk bezeichnete die Teilnahme Polens als Teil einer engeren europäischen Zusammenarbeit. Polen gehöre zu einem „exklusiven Kreis“, der die Bedeutung von Solidarität und Souveränität in Europa verstehe. Geplant seien auch regelmäßige gemeinsame Militärübungen mit Frankreich in größerem Umfang.

Zugleich betonte die französische Seite, dass die Entscheidung über den Einsatz von Atomwaffen weiterhin allein in Paris liege. Diskutiert wird Medienberichten zufolge jedoch auch die Möglichkeit, französische Flugzeuge mit nuklearer Fähigkeit in Partnerländern zu stationieren.

Tusk äußerte sich dazu zurückhaltend. Es sei nicht sein Wunsch, französische Kampfjets mit Atomwaffen über Polen zu sehen, sagte er laut Bericht. Zugleich verwies er darauf, dass französische Truppen bereits im Rahmen bestehender Bündnisstrukturen in Polen präsent seien.

Beim Treffen in Gdańsk verabschiedeten beide Länder zudem eine gemeinsame Erklärung zur Vertiefung der strategischen Zusammenarbeit. Diese umfasst neben Sicherheits- und Verteidigungsfragen auch wirtschaftliche, energiepolitische sowie kulturelle Aspekte. Beide Seiten betonten zudem die Notwendigkeit weiterer Unterstützung für die Ukraine und eines stärkeren europäischen Verteidigungspotenzials.


IAR/jc

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