Deutsche Redaktion

Experte: Gefangenenaustausch soll Belarus von Moskau lösen

29.04.2026 09:15
US-Präsident Donald Trump sieht im Gefangenenaustausch offenbar ein Mittel, um Belarus von Russland zu lösen. Diese Einschätzung äußerte der Politikwissenschaftler Karol Szulc von der Universität Wrocław (Breslau) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur PAP.
Białoruś
BiałoruśFoto: Białoruś

Nach Ansicht des Experten verfolgt Trump dabei keine langfristige Strategie. Bei Verhandlungen über die Freilassung politischer Gefangener gehe es stets um Gegenseitigkeit, sagte Szulc. Er vermutet, dass Washington im Gegenzug eine Lockerung von Sanktionen gegen Belarus in Aussicht gestellt habe.

Der belarussische Machthaber Aljaksandr Lukaschenka nutze die Situation aus, da er eine Schwächung Russlands wahrnehme. Die Position von Wladimir Putin sei durch den Krieg gegen die Ukraine geschwächt, sagte Szulc. Lukaschenka hoffe zugleich, durch die Freilassung politischer Gefangener die Unterstützung des Westens für den Erhalt seiner Macht zu sichern – etwa im Falle eines politischen Umbruchs in Russland.

Die jüngste Freilassung des Journalisten Andrzej Poczobut bewertet der Experte als eher unbedeutend für die USA. Die Verhandlungen hätten in den Vereinigten Staaten kaum mediale Aufmerksamkeit erhalten.

Poczobut war seit März 2021 in Belarus inhaftiert und später zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wurde unter anderem das Schüren von Hass sowie Handlungen gegen die Staatssicherheit vorgeworfen.

Ministerpräsident Donald Tusk bestätigte am Dienstag die Freilassung Poczobuts. Auch Außenminister Radosław Sikorski erklärte, dass im Rahmen eines Gefangenenaustauschs mehrere polnische Staatsbürger freigekommen seien.

Nach Angaben des US-Sondergesandten für Belarus, John Coale, wurden insgesamt drei Polen und zwei Moldauer freigelassen. Die Verhandlungen seien komplex gewesen und hätten mehrere Staaten einbezogen.


PAP/jc

 

Belarus: Lukaschenko begnadigt 123 Gefangene

13.12.2025 15:05
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat im Rahmen eines Abkommens mit den USA 123 Gefangene begnadigt. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Telegram-Kanal der belarussischen Staatsführung. Demnach erfolgte die Begnadigung im Gegenzug für die Aufhebung amerikanischer Sanktionen gegen belarussisches Kalidünger-Exportgeschäft.

„Ein Satrap betreibt Menschenhandel"

15.12.2025 12:20
Der belarussische Diktator Aljaksandr Lukaschenka hat 123 politische Gefangene freigelassen – darunter Oppositionsikonen wie Maryja Kalesnikawa, Wiktar Babaryka und Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki. Doch der polnische Journalist Andrzej Poczobut bleibt hinter Gittern. Ist die Freilassung ein humanitärer Durchbruch oder zynischer Menschenhandel? Welche Rolle spielen die USA bei den Verhandlungen? Und was bedeutet die MEGA-Bewegung für die europäischen Rechten? Mehr dazu in der Presseschau.