Seit Samstag greifen die USA und Israel Ziele im Iran an. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „großen Militäroperation“ und erklärte, der Iran werde keine Atomwaffen erhalten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, der Einsatz werde „so lange wie nötig“ andauern. Iranische Staatsmedien bestätigten am Sonntag den Tod des obersten geistlich-politischen Führers Ajatollah Ali Chamenei.
Fiedler sagte, der Iran habe in dem Konflikt „global die stille Unterstützung Chinas und Russlands – und das ist im Grunde nicht nur stille Unterstützung“. Vor allem für Moskau wäre ein Machtwechsel in Teheran problematisch. „Der Verlust Irans wäre ein ernstes geopolitisches Problem insbesondere für Russland“, sagte der Experte und verwies auf bereits geschwundene russische Einflusssphären in Syrien und im Südkaukasus.
Russland und Iran kooperierten militärisch sowie im Atomprogramm. Zudem verfüge Teheran über umfangreiche Erfahrung bei der Umgehung von Sanktionen, von der Moskau nach 2022 „reichlich Gebrauch gemacht“ habe.
Mit Blick auf China erklärte Fiedler, es entstehe der Eindruck, dass Peking dem Iran Geheimdienstinformationen und satellitengestützte Aufklärung zur Verfügung stelle, etwa über die Stationierung US-amerikanischer Kräfte. Auch für China sei es günstiger, wenn das bestehende Regime überlebe. Selbst ein weiter radikalisiertes System sei aus chinesischer Sicht kalkulierbarer als ein möglicher politischer Wandel, der etwa mit einer stärkeren US-Präsenz im Land einhergehen könnte.
Zugleich verwies der Experte auf die energiepolitische Bedeutung Irans. Nach einer möglichen Aufhebung von Sanktionen und Modernisierung der Infrastruktur könne das Land „einer der größten Produzenten von Erdöl und Erdgas“ werden. Der Iran verfüge nach Russland über die zweitgrößten Erdgasreserven weltweit.
PAP/jc