Deutsche Redaktion

Tusk: Position zu Zahlungen an Kriegsopfer unverändert

10.06.2026 11:52
Er gebe der deutschen Seite noch etwas Zeit für eine Entscheidung. Es sei jedoch bedauernswert,  dass die Debatte in Berlin offenbar durch Streit über Haushaltskosten innerhalb der Koalition verzögert wird. Das könne dem Ansehen Deutschlands schaden, so der Regierungschef.
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Bild:Foto: Robert Stachnik/REPORTER

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hält an seiner Forderung nach Wiedergutmachungsleistungen für noch lebende polnische Opfer des Zweiten Weltkriegs fest. In Warschau sagte er, seine Position sei unverändert.

Zugleich gebe er der deutschen Seite noch etwas Zeit für eine Entscheidung.

Tusk hatte bereits im Dezember bei Regierungskonsultationen in Berlin erklärt, Polen könne entsprechende Zahlungen notfalls aus eigenen Mitteln leisten, wenn Deutschland keine schnelle und eindeutige Zusage mache.

Nun kritisierte er, die Debatte in Berlin werde offenbar durch Streit über Haushaltskosten innerhalb der Koalition verzögert. Das könne dem Ansehen Deutschlands schaden.

Die Frage ist von der völkerrechtlichen Reparationsdebatte zu trennen. Warschau spricht hier vor allem über Wiedergutmachung für noch lebende Opfer der deutschen Besatzung. Die Bundesregierung hält die Reparationsfrage rechtlich und politisch für abgeschlossen, betont aber weiter Deutschlands historische Verantwortung. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte in Berlin erklärt, Erinnerung und Aufarbeitung seien ein nie abgeschlossener Prozess. 

PAP/adn


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