Deutsche Redaktion

EU-Gipfel: Streit über Russland-Kanal von Ratspräsident Costa

19.06.2026 12:21
Polen hat beim EU-Gipfel in Brüssel deutliche Vorbehalte gegen nicht abgestimmte Kontakte zur russischen Führung angemeldet. EU-Ratspräsident António Costa verteidigte die Kontakte seines Kabinetts als kurz und nicht als Verhandlungen.
Polska coraz bliżej wypłaty czwartej transzy z KPO
Polska coraz bliżej wypłaty czwartej transzy z KPOREUTERS

Polen hat beim EU-Gipfel in Brüssel deutliche Vorbehalte gegen nicht abgestimmte Kontakte zur russischen Führung angemeldet. Ministerpräsident Donald Tusk warnte davor, Präsident Wladimir Putin politisch in die Hände zu spielen. EU-Ratspräsident António Costa verteidigte die Kontakte seines Kabinetts als kurz und nicht als Verhandlungen.

Parallel erzielten die Staats- und Regierungschefs eine politische Einigung zur Verlängerung der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Sie sollen diesmal für zwölf Monate statt wie bisher für ein halbes Jahr verlängert werden. Das gilt als wichtiger Durchbruch, weil frühere Blockaden aus Ungarn nach dem Machtwechsel in Budapest wegfallen. Am zweiten Gipfeltag steht der EU-Haushalt für 2028 bis 2034 auf der Tagesordnung. Polen will die Mittel zur Verringerung regionaler Entwicklungsunterschiede verteidigen.

IAR/adn

Deutsch-polnischer Pakt ohne Biss - Warschaus Spiel mit Washington und Paris - nachrichtendienstliche Anomalie

15.06.2026 13:16
Polens Sicherheitsarchitektur prägt die Kommentarspalten. Warum unterzeichnet Warschau mit Berlin nur ein Kooperationsabkommen statt eines vollwertigen Verteidigungsvertrags wie mit Paris und London? Wie weit trägt eigentlich der französische Nuklearschirm, auf den Warschau setzt? Und schließlich: Warum hat Polen in 35 Jahren keinen einzigen russischen „Maulwurf" in den eigenen Diensten enttarnt – ein Erfolg oder ein blinder Fleck? Mehr dazu in der Presseschau.

„Wer bedroht Polen – Berlin oder Moskau?"

18.06.2026 13:48
In Biała Podlaska wurde ein russischer Oppositioneller auf offener Straße hingerichtet – für Rzeczpospolita und Gazeta Wyborcza ein beispielloser Akt russischen Staatsterrors. Doch statt Alarm zu schlagen, sei Robert Bąkiewicz mit seinen Anhängern nach Berlin gezogen und habe der Rechten den Anlass geliefert, das frisch unterzeichnete polnisch-deutsche Militärabkommen zu torpedieren. Für das oppositionsnahe Portal Niezależna ist dagegen das Abkommen selbst die Gefahr: eine „Kopie des Resets" aus Tusks erster Amtszeit, diesmal zugunsten Berlins. Wer bedroht Polens Sicherheit also – Moskau oder Berlin? Und was erwartet Polen 35 Jahre nach dem Nachbarschaftsvertrag wirklich von Deutschland? Mehr dazu in der Presseschau.