„Wir können noch stärkere Beziehungen aufbauen, deren Fundament ein sehr starkes Europa sein wird (…) Das zu erreichen wird nicht einfach sein, aber es ist möglich.“
Fried war von 1997 bis 2000 US-Botschafter in Warschau und später Berater von Präsident George W. Bush sowie zuständig für Europa- und Eurasienfragen im US-Außenministerium.
Mit Blick auf die innenpolitische Lage in den USA betonte Fried: „Es gibt unter den Republikanern, im Kongress und in der Administration viele Erben der Reagan-Doktrin. Deshalb sollte Europa, statt über Trump zu klagen, unter ihnen nach Verbündeten suchen.“ Die Europäer sollten „keinen Vorwand suchen, um auf die Amerikaner beleidigt zu sein“.
Fried äußerte sich auch zur Reaktion des derzeitigen US-Botschafters auf die Weigerung des polnischen Sejmmarschalls, einen Antrag auf den Friedensnobelpreis für Donald Trump zu unterstützen. „Was geschehen ist, war unglücklich und unnötig“, sagte er. Botschafter Rose, „ein engagierter Freund Polens“, habe auf eine Situation, die er als Angriff auf Präsident Trump wahrgenommen habe, schlecht reagiert. „Und dann ist ihm die Sache aus dem Ruder gelaufen.“
Zugleich zeigte sich Fried versöhnlich: „Natürlich verstehe ich die polnische Reaktion und die Empörung. Aber das ist nicht das Ende der Welt. Es gibt Wege, das zu reparieren.“
gw/jc