Deutsche Redaktion

Gedenken an den 90. Jahrestag der Deportation von Polen nach Kasachstan

24.06.2026 23:00
Im Norden Kasachstans haben feierliche Veranstaltungen zum 90. Jahrestag der Deportation von Polen in die Sowjetunion stattgefunden. Teilgenommen haben Vertreter der polnischen Gemeinschaft, lokale Behörden sowie Gäste aus Polen. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, an die tragische Geschichte der Verschleppungen zu erinnern und zugleich über die aktuelle Zusammenarbeit sowie die Zukunft der polnischen Gemeinschaft in Kasachstan zu sprechen.
Im Norden Kasachstans haben feierliche Veranstaltungen zum 90. Jahrestag der Deportation von Polen in die Sowjetunion stattgefunden. Teilgenommen haben Vertreter der polnischen Gemeinschaft, lokale Behrden sowie Gste aus Polen.
Im Norden Kasachstans haben feierliche Veranstaltungen zum 90. Jahrestag der Deportation von Polen in die Sowjetunion stattgefunden. Teilgenommen haben Vertreter der polnischen Gemeinschaft, lokale Behörden sowie Gäste aus Polen. SenatRP/X

Die Feierlichkeiten haben mit einer Erinnerung an die dramatischen Ereignisse der 1930er Jahre begonnen, als Tausende polnischer Familien zwangsweise in das Gebiet des heutigen Kasachstans deportiert wurden. Hervorgehoben wurde, dass es vielen Verschleppten trotz äußerst schwieriger Lebensbedingungen gelang, ihre Sprache, Kultur und nationale Identität zu bewahren und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Im Verlauf der Gedenkveranstaltungen wurde auch an symbolische Erinnerungsorte erinnert, die mit den polnischen Siedlern verbunden sind. Einer dieser Orte, heute ein religiöses Heiligtum, wurde nach örtlicher Überlieferung während einer Hungersnot Schauplatz eines außergewöhnlichen Ereignisses, das die Bewohner als Wunder deuteten. Die Geschichte ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der lokalen Tradition und Spiritualität.

Einen besonderen Platz bei den Feierlichkeiten nahmen die Stimmen der heutigen polnischen Gemeinschaft ein. Junge Menschen polnischer Herkunft sprachen über ihre Identität, ihren Wunsch, die polnische Sprache zu erlernen, sowie über ihre Pläne für ein Studium in Polen. Dabei wurde betont, dass das Interesse an den polnischen Wurzeln in der jungen Generation wachse – trotz der Herausforderungen beim Spracherwerb und bei Bildungsformalitäten. An der Veranstaltung hat auch eine polnische Parlamentsdelegation teilgenommen. In ihrer Ansprache würdigte sie das Engagement der polnischen Gemeinschaft für die Pflege ihrer Traditionen und dankte Kasachstan für die Unterstützung der Deportierten und ihrer Nachkommen. Zugleich wurde die Notwendigkeit betont, die bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen – sowohl im Bildungsbereich als auch in der Wirtschaft.

Wie in den Gesprächen betont wurde, bleibe Kasachstan ein wichtiger internationaler Partner. Seine Beziehungen zur Europäischen Union und zu Polen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diskutiert wurden die Möglichkeiten zur Ausweitung des Handelsaustauschs, der akademischen Zusammenarbeit sowie der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Vor dem Hintergrund der internationalen Lage kamen auch der Krieg in der Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten zur Sprache. Die kasachische Seite habe dabei die Bedeutung der Unverletzlichkeit von Grenzen und der regionalen Stabilität hervorgehoben. Die Gedenkfeiern zum 90. Jahrestag der Deportation der Polen nach Kasachstan waren damit nicht nur ein Moment des Erinnerns an ein tragisches Kapitel der Geschichte. Sie boten auch Gelegenheit, über die Zukunft, die bilaterale Zusammenarbeit und die Rolle der polnischen Gemeinschaft als Brücke zwischen beiden Ländern zu sprechen.

IAR/PR/ps

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