Deutsche Redaktion

Korruptionsbekämpfung im Mittelpunkt der Ukraine-Konferenz

25.06.2026 19:39
Bei der internationalen Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig stehen neben Investitionen auch der Kampf gegen Korruption im Mittelpunkt. An dem Treffen nehmen mehr als 100 Delegationen aus 61 Staaten sowie 40 internationale Organisationen teil.
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Bild:PAP/Adam Warżawa

Polens Justizminister Waldemar Żurek betonte, dass die Bekämpfung der Korruption unter Kriegsbedingungen besonders schwierig sei. Gleichzeitig sei sie eine wichtige Voraussetzung für den Wiederaufbau des Landes.

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos verwies auf die Arbeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden NABU und SAP. „Wenn Korruptionsfälle aufgedeckt werden, bedeutet das, dass diese unabhängigen Institutionen funktionieren“, sagte sie. Der erste Verhandlungskomplex im EU-Beitrittsprozess der Ukraine betreffe Rechtsstaatlichkeit sowie unabhängige Justiz- und Antikorruptionsinstitutionen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist die Zusammenarbeit ukrainischer Regionen mit internationalen Partnern. Der Gouverneur der Region Mykolajiw, Witalij Kim, erklärte, Dänemark habe in den vergangenen Jahren rund 170 Millionen Euro für den Wiederaufbau seiner Region bereitgestellt und weitere 225 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre zugesagt.

Der frühere dänische Botschafter in der Ukraine, Ole Egberg Mikkelsen, sagte, zunächst seien in Mykolajiw die Trinkwasserversorgung und die Wärmeversorgung wiederhergestellt worden. Anschließend seien unter anderem Müllfahrzeuge sowie Busse und Straßenbahnen finanziert worden, um das Funktionieren der Stadt zu sichern.

Auf der Konferenz präsentieren zudem zahlreiche Unternehmen ihre Technologien für den Wiederaufbau und die Verteidigung der Ukraine. Ein ukrainischer Hersteller stellte eine Drohne vor, die ohne GPS über das Internet gesteuert werden könne und dadurch widerstandsfähiger gegen elektronische Störmaßnahmen sei.

Die Wiederaufbaukonferenz findet seit 2022 jährlich statt. Frühere Gastgeber waren Lugano, London, Berlin und Rom.


IAR/jc

Tusk warnt Ukraine: Korruption gefährdet internationale Unterstützung

14.11.2025 22:36
Polens Ministerpräsident hat die Ukraine eindringlich vor den politischen Folgen weiterer Korruptionsfälle gewarnt. Bei einem Auftritt in Retków (Woiwodschaft Niederschlesien) sagte Donald Tusk am Freitag, dass es zunehmend schwieriger werde, internationale Partner zur Solidarität mit Kiew zu bewegen, wenn neue Skandale bekannt würden. Polen werde die Ukraine weiterhin im Krieg gegen Russland unterstützen, betonte Tusk. Doch Korruption könne diese Unterstützung spürbar erschweren.

Kommentar: Der Rücktritt des ukrainischen „Vizepräsidenten“

29.11.2025 19:42
„Die rechte Hand“, „der Zwillingsbruder“, „nicht die erste, aber auch nicht die zweite Person im Staat“, „der Vizekönig“ – fast sechs Jahre lang hatte Andrij Jermak, bis Freitag der mächtige Leiter des Präsidialamts, viele Bezeichnungen angesammelt, die seine Unersetzlichkeit für Wolodymyr Selenskyj beschrieben. Er war dessen Schatten, begleitete ihn fast bei allen Aktivitäten im In- und Ausland und erfüllte die wichtigsten Aufgaben – etwa die Gespräche mit Russen und Amerikanern über die Beendigung des Krieges. Am 28. November nahm Selenskyj jedoch seinen Rücktritt an. Ein Kommentar von Osteuropaexperte Tadeusz Iwański.