Deutsche Redaktion

Institut veröffentlicht erste Bände zu Polens Kriegsverlusten

30.06.2026 12:39
Das Jan-Karski-Institut für Kriegsverluste hat die ersten beiden Bände einer neuen wissenschaftlichen Reihe über die Kriegsverluste Polens während und nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlicht. Ein Band widmet sich den Zerstörungen in Lemberg und der Region während der deutschen Besatzung, der zweite den schweren Schäden, die das polnische Forstwesen im Krieg erlitt. Nach Angaben des Instituts sollen die Quellen die Grundlage für einen umfassenden Bericht über die Verluste Polens in den ehemaligen Ostgebieten bilden.
Das Jan-Karski-Institut fr Kriegsverluste hat die ersten beiden Bnde einer neuen wissenschaftlichen Quellenreihe vorgestellt. Sie enthalten bislang unverffentlichte Dokumente zu den Kriegsverlusten Polens whrend und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das Jan-Karski-Institut für Kriegsverluste hat die ersten beiden Bände einer neuen wissenschaftlichen Quellenreihe vorgestellt. Sie enthalten bislang unveröffentlichte Dokumente zu den Kriegsverlusten Polens während und nach dem Zweiten Weltkrieg.https://instytutstratwojennych.pl/


Der erste Band enthält Dokumente über die Kriegsverluste von Lemberg und der umliegenden Region auf Grundlage von Berichten sowjetischer Untersuchungskommissionen aus den Jahren 1941 bis 1944. Der zweite Band widmet sich den Schäden, die das polnische Forstwesen während des Krieges erlitt.

Institutsdirektor Bartosz Gondek erklärte, die veröffentlichten Quellen sollten künftig als Grundlage für einen sogenannten „Ost-Bericht“ dienen. Dieser soll die Kriegsverluste Polens in den ehemaligen Ostgebieten dokumentieren, die nach den Beschlüssen der Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam an die Sowjetunion fielen.

Der Historiker Damian Markowski, Herausgeber des Lemberg-Bandes, betonte, die Dokumente müssten kritisch gelesen werden. Die sowjetischen Behörden hätten die Verluste der Stadt als eigene Kriegsschäden erfasst und zugleich versucht, einzelne von sowjetischen Truppen begangene Verbrechen den deutschen Besatzern zuzuschreiben. Gleichzeitig enthielten die Unterlagen wertvolle Berichte, Fotografien und Informationen über die deutsche Besatzung sowie über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Lemberg und Ostgalizien.

Der zweite Band dokumentiert die Auswirkungen des Krieges auf die polnischen Wälder. Nach Angaben der Herausgeberin Iwona Bonisławska gehörten die Waldgebiete zu den bedeutendsten wirtschaftlichen und ökologischen Ressourcen des Vorkriegspolens. Besonders schwer wog der Verlust hochwertiger Waldgebiete in den ehemaligen Ostgebieten des Landes. Viele dieser Bestände hätten nach dem Krieg nicht ersetzt werden können, da Wälder erst über Generationen nachwachsen.

Das Jan-Karski-Institut für Kriegsverluste wurde Ende 2021 gegründet. Es erforscht die materiellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Zweiten Weltkriegs für Polen. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Bände der Quellenreihe erscheinen.


PAP/jc

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