Deutsche Redaktion

Tschechische Regierungspartei fordert Aberkennung von Selenskyjs höchstem Orden

01.07.2026 11:03
Die tschechische Regierungspartei Freiheit und Direkte Demokratie (SPD) fordert die Aberkennung des Ordens des Weißen Löwen für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Vorbild sei die Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen.
Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyjpresident.gov.ua

Der SPD-Abgeordnete Jindřich Rajchl kündigte an, seine Fraktion werde sich dafür einsetzen, dass das Abgeordnetenhaus Präsident Petr Pavel offiziell zu diesem Schritt auffordert.

„Wir können nicht schweigen, wenn unser höchster Staatsorden von einer Person getragen wird, die Militäreinheiten nach nationalistischen Verbrechern benennt“, sagte Rajchl. Er warf der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) Verbrechen an Zehntausenden Polen, Juden und Tschechen vor.

Nach den Worten Rajchls ermordeten Einheiten der UPA bis 1947 Bürger der Tschechoslowakei. Erst im Rahmen der sogenannten „Aktion B“ seien sie von tschechoslowakischen Soldaten endgültig besiegt worden. Der Buchstabe „B“ habe dabei für „Banderowzy“ (Bandera-Anhänger) gestanden.

Zugleich verwies Rajchl auf die Entscheidung in Polen. Dort habe die Aberkennung des Ordens für Selenskyj „einen politischen Konsens“ gefunden. „Alle. Regierungskoalition, Opposition, Lech Wałęsa – wirklich alle“, sagte der Politiker. Er hoffe auf eine ähnliche Reaktion in Tschechien.

Medien erinnerten allerdings daran, dass nach tschechischem Recht eine Aberkennung des Ordens des Weißen Löwen grundsätzlich nur nach einer rechtskräftigen Verurteilung möglich ist.

Selenskyj hatte den Orden des Weißen Löwen im Oktober 2022 vom damaligen tschechischen Präsidenten Miloš Zeman erhalten. Gewürdigt wurden damals sein Mut und seine Entscheidung, nach Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 in Kiew zu bleiben, anstatt ein Angebot zur Evakuierung anzunehmen.


PAP/jc

 

 

 

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