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Polen und Frankreich erreichen „neue Qualität" in bilateralen Beziehungen

09.07.2026 16:50
Polen und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit auf vielen Ebenen aus – von der Sicherheit bis zur Wirtschaft. In den kommenden Tagen sollen in Paris wichtige Entscheidungen über die weitere Unterstützung der Ukraine fallen. Beide Länder bekräftigen ihre Bereitschaft, den Dialog zu vertiefen und sich gemeinsam für die Sicherheit Europas einzusetzen.
Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Warschau betonten Vizepremier und Auenminister Radosław Sikorski sowie sein franzsischer Amtskollege Jean-Nol Barrot die auergewhnliche Dynamik der deutsch-franzsischen Beziehungen.
Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Warschau betonten Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski sowie sein französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot die außergewöhnliche Dynamik der deutsch-französischen Beziehungen. Foto: PAP/Radek Pietruszka

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Warschau betonten Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski sowie sein französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot die außergewöhnliche Dynamik der deutsch-französischen Beziehungen. Seit der Unterzeichnung des Vertrags über verstärkte Zusammenarbeit und Freundschaft in Nancy sollen die bilateralen Beziehungen eine neue Qualität erreicht haben. In den kommenden Tagen sei ein Treffen der Regierungschefs Polens und Frankreichs geplant, das die bilateralen Beziehungen weiter vertiefen soll.

Außenminister Sikorski hob die Bedeutung Frankreichs für die polnische Wirtschaft hervor. Frankreich sei der drittwichtigste Handelspartner Polens und der viertgrößte Investor im Land. Französische Unternehmen würden in Polen rund 227.000 Arbeitsplätze sichern. Polen sei zudem an einer weiteren Vertiefung des Dialogs mit Frankreich interessiert – sowohl auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene, erklärte Polens Chefdiplomat.

Koalition der Willigen – wichtige Entscheidungen in Paris
Ein weiteres zentrales Thema der Gespräche war die Zusammenarbeit im Rahmen der sogenannten Koalition der Willigen – einer Gruppe von Staaten, die die Ukraine angesichts der russischen Aggression aktiv unterstützen. Bereits am kommenden Montag würden in Paris wichtige Entscheidungen bekannt gegeben, kündigte Sikorski an. Ein Treffen der Koalition der Willigen hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bereits am Vortag beim NATO-Gipfel in Ankara angekündigt.

Europa angesichts der Brutalisierung der internationalen Beziehungen
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot verwies auf die zunehmende Brutalisierung der internationalen Beziehungen und die Eskalation der Gewalt. Als Beispiel nannte er die russischen Angriffe auf zivile Ziele in Kyjiw. Angesichts dieser Gewalt dürfe Europa weder nachgeben noch seine Werte aufgeben. Europa müsse bekräftigen, wofür es stehe – als große demokratische Macht gegenüber China und den Vereinigten Staaten sowie als Zivilisation des Geistes, die eines der am weitesten entwickelten politischen Systeme hervorgebracht habe, sagte Barrot.

Der französische Außenminister betonte zudem die Notwendigkeit, die strategische Autonomie Europas zu stärken. Europa dürfe sich nicht davor scheuen, seine strategische Autonomie in zentralen Bereichen der Souveränität auszubauen. Strategische Autonomie sei eine Voraussetzung dafür, dass Europa schädlichen Auswirkungen der Konkurrenz zwischen den Großmächten entgehe, so Barrot.
Frankreichs Außenminister versicherte, Polen könne in Krisensituationen auf die Unterstützung Frankreichs zählen. So sei es bereits im September vergangenen Jahres gewesen, als Rafale-Kampfjets als Reaktion auf den Einflug von Drohnen in den polnischen Luftraum entsandt wurden, erinnerte der Minister.

PAP/MSZ/RMF24/ps

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