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Kosiniak-Kamysz: Morawiecki wird PiS übernehmen

27.07.2026 05:57
Verteidigungsminister und Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz rechnet damit, dass der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki früher oder später die Führung der nationalkonservativen PiS übernehmen wird. Eine Zusammenarbeit zwischen der regierenden Polnischen Volkspartei (PSL) und der PiS schloss der PSL-Vorsitzende jedoch kategorisch aus.
Władysław Kosiniak-Kamysz
Władysław Kosiniak-KamyszPAP/Piotr Nowak

„Mateusz Morawiecki will Vorsitzender der PiS werden und nicht aus der Partei austreten. Meiner Ansicht nach wird er dieses Ziel früher oder später erreichen“, sagte Kosiniak-Kamysz im Interview mit dem Nachrichtenportal Wirtualna Polska. Die politische Entwicklung innerhalb der Oppositionspartei interessiere ihn jedoch kaum. „Sollen sie sich doch gegenseitig die Köpfe einschlagen – das ist ihre Angelegenheit“, erklärte der Verteidigungsminister.

Den Spielraum für eine Zusammenarbeit mit der PiS bezeichnete Kosiniak-Kamysz als „äußerst gering – wenn überhaupt vorhanden“. Nach der Ablehnung des SAFE-Programms und der Kritik führender PiS-Politiker an der Unterstützung der Ukraine habe er „jede Hoffnung verloren“, dass die Partei selbst als Opposition verantwortungsvoll handle.

Streit mit Präsident Nawrocki

In der Auseinandersetzung mit Staatspräsident Karol Nawrocki wies Kosiniak-Kamysz dessen Vorwurf zurück, über die Lieferung von Patriot-Raketen an die Ukraine nicht informiert worden zu sein. „Das stimmt nicht, und dafür gibt es Beweise“, sagte der Minister. Der Präsident sei sowohl von ihm persönlich als auch vom NATO-Generalsekretär über die Entscheidung unterrichtet worden.

Die Lieferung einiger Patriot-Raketen habe die Sicherheit Polens nach seinen Worten nicht beeinträchtigt. „Die Übergabe einiger Patriot-Raketen an die Ukraine hat die Sicherheit Polens nicht verringert“, betonte Kosiniak-Kamysz. Wichtiger sei es, russische Raketen bereits über ukrainischem Gebiet abzufangen, als zusätzliche Raketen in polnischen Depots zu lagern.

Kritik an der Ukraine-Politik der PiS 

Mit Blick auf die Haltung der PiS zur Ukraine warf der Verteidigungsminister der Opposition einen Kurswechsel aus wahltaktischen Gründen vor. Die Partei orientiere sich nicht mehr an der polnischen Staatsräson, sondern versuche, den rechtsnationalen Politiker Grzegorz Braun mit antiukrainischen Positionen zu übertreffen. „Das ist ein Wettbewerb, der in die Irre führt“, sagte er.

Zugleich kritisierte Kosiniak-Kamysz einzelne Entscheidungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Geschichtspolitik. Die Benennung einer militärischen Einheit nach UPA-Kämpfern bezeichnete er als „schweren Fehler“, der die Gefühle eines Verbündeten verletze. „Wir sollten Fehler klar als Fehler benennen. Aber wir dürfen uns deshalb nicht von der Ukraine abwenden“, erklärte der Vizepremier. 


wp/jc

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