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Tusk und Selenskyj sprachen über Verteidigung und Patriot-Produktion

30.07.2026 06:00
Der ukrainische Präsident ist aus den Vereinigten Staaten über Polen nach Kiew zurückgekehrt. Dabei kam es zum ersten Treffen des ukrainischen Staatschefs mit dem polnischen Ministerpräsidenten seit den Spannungen um den Geschichtsstreit zwischen Kiew und Warschau.
Ministerprsident Donald Tusk (r.) und der ukrainische Prsident Wolodymyr Selenskyj (l.) nach ihrem Treffen in Lublin am 29. August. Im Mittelpunkt der Gesprche stand die Bilanz des Besuchs des ukrainischen Staatschefs in den Vereinigten Staaten.
Ministerpräsident Donald Tusk (r.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) nach ihrem Treffen in Lublin am 29. August. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Bilanz des Besuchs des ukrainischen Staatschefs in den Vereinigten Staaten.PAP/Wojtek Jargiło

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in der ostpolnischen Stadt Lublin getroffen. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse von Selenskyjs Besuch in Washington, wo er einen Tag zuvor mit US-Präsident Donald Trump gesprochen hatte. Erörtert wurden außerdem polnische Investitionen in der Ukraine, die Abwehr ballistischer Raketen sowie die weitere Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg, teilte Tusk nach dem Treffen mit.



Selenskyj schrieb auf Facebook, er habe mit Tusk ein breites Spektrum bilateraler Themen besprochen, darunter auch den historischen Dialog zwischen beiden Ländern. „Ich habe ihn über unsere diplomatischen Gespräche in Washington informiert“, erklärte Selenskyj. „Wir haben zudem über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich und vorrangige Maßnahmen zum Schutz unserer Städte und Gemeinden vor den brutalen russischen Angriffen gesprochen.“

Weiter schrieb er: „Die Abwehr ballistischer Raketen hat höchste Priorität. Die Sicherheit und der Schutz der Ukraine sind zugleich eine Frage der Sicherheit und des Schutzes Polens. Unsere Zusammenarbeit stärkt sowohl unsere Region als auch ganz Europa.“ Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten ging es bei dem Treffen auch um die Sicherheit der Ukrainer, die vor dem Krieg nach Polen geflohen sind. „Es ist wichtig, dass sich die Menschen aus der Ukraine, die wegen des Krieges ihre Heimat verlassen mussten und in Polen Zuflucht gefunden haben, sicher fühlen“, schrieb Selenskyj.

Selenskyj war am Dienstag nach Washington gereist, um an der Trauerfeier für den republikanischen Senator Lindsey Graham teilzunehmen und mit Vertretern der US-Regierung sowie mit Kongressabgeordneten zu sprechen. Anschließend sagte er dem Fernsehsender Fox News, Trump habe der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Luftabwehrraketen zugesagt. „Ich hoffe, dass wir die gemeinsame Produktion aufnehmen werden“, erklärte Selenskyj.

Polens Vizeverteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka hatte vergangene Woche erklärt, Warschau habe den Vereinigten Staaten und der Ukraine eine gemeinsame Produktion von Patriot-Raketen vorgeschlagen. Nach Gesprächen mit US-Vertretern in Washington sagte sie, den Vorschlag ihren Gesprächspartnern im Pentagon und im Außenministerium unterbreitet zu haben. „Wir haben eine trilaterale Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten, der Ukraine und Polen vorgeschlagen. Ziel ist es, die Produktion an einem sicheren Standort zu ermöglichen“, sagte Sobkowiak-Czarnecka.

Sie bezog sich dabei auf Äußerungen von Trump beim NATO-Gipfel im vergangenen Monat in Ankara. Demnach prüfe Washington den Aufbau einer mit der Ukraine verbundenen Produktionsstätte für Patriot-Raketen. Sobkowiak-Czarnecka erklärte zudem, Polen bemühe sich darum, ein regionales Wartungs- und Servicezentrum für Patriot-Systeme einzurichten. Als Gründe nannte sie den Ausbau der polnischen Rüstungsindustrie und die strategische Lage des Landes an der NATO-Ostflanke.

IAR/PR/ps

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