Die Ehrung für Bolesław und Władysława Pogorzelski war bereits im November 2022 von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem beschlossen worden. Die Medaille und Urkunde wurden nun bei einer Feierstunde überreicht, die von der israelischen Botschaft und der Stadt Białystok organisiert wurde.
Das Ehepaar aus dem Dorf Rostołty bei Zabłudów hatte den Juden Szmul Garber aufgenommen, nachdem dieser im November 1942 aus dem Ghetto von Białystok geflohen war. Trotz der Gefahr für das eigene Leben versteckten sie ihn auch nach Kriegsende weiter. Nach Angaben der Familie versuchten bewaffnete Männer zeitweise, Bolesław Pogorzelski zur Herausgabe Garbers zu zwingen.
Der frühere israelische Botschafter Gershon Zohar, heute Mitglied des Yad-Vashem-Komitees für die Auszeichnung, erinnerte daran, dass die Hilfe für jüdische Überlebende in den Dörfern damals lebensgefährlich gewesen sei.
„Es war sehr gefährlich, jüdische Überlebende in den Dörfern zu verstecken“, sagte Zohar. Weltweit seien bislang mehr als 29.000 Menschen als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt worden. Mit über 7.300 Auszeichnungen stellten Polen die größte nationale Gruppe.
Die Medaille nahm die Tochter des Ehepaars, Wanda Tarasiuk, gemeinsam mit ihrer Tochter Barbara Leończuk entgegen. Leończuk sagte, ihre Großeltern hätten nie über ihre Taten gesprochen. Erst Szmul Garber habe die Geschichte an seinen Sohn weitergegeben, der schließlich Yad Vashem über den Fall informierte.
„Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Gutes tun und ein anständiger Mensch sein. Das war das Lebensmotto meiner Großeltern“, sagte Leończuk. Sie berichtete zudem, dass die Familie 2020 einen Brief von Garbers Sohn aus Kanada erhalten habe. Darin erfüllte dieser den letzten Wunsch seines Vaters, den Pogorzelskis für die Rettung seines Lebens zu danken.
Der Bürgermeister von Białystok, Tadeusz Truskolaski, würdigte den Mut des Ehepaars. Die Pogorzelskis hätten „nicht nachgegeben, niemanden verraten und später auch keine Anerkennung für ihr Handeln verlangt“. Solche Beispiele müssten auch heute bewahrt werden.
PAP/jc