An der Zeremonie am Denkmal der Soldaten des Verbandes „Żywiciel“ nahmen ehemalige Aufständische, Veteranenverbände, Pfadfinder sowie zahlreiche Einwohner der Hauptstadt teil.
Der ehemalige Kämpfer Jakub Tomasz Nowakowski („Tomek“) vom Verband „Żniwiarz“ bezeichnete den Aufstand trotz seiner militärischen Niederlage als moralischen Sieg. „Wir dürfen unseren Aufstand nicht als Niederlage betrachten. Formal wurde er zwar verloren, tatsächlich aber hat er gesiegt“, sagte er.
In einem Grußwort des Warschauer Oberbürgermeisters Rafał Trzaskowski hieß es, die Aufständischen hätten für Freiheit, Würde und die Zukunft gekämpft. Der Aufstand sei zwar militärisch aussichtslos gewesen, habe sich aber als „Sieg des Geistes“ erwiesen. Es sei Aufgabe der heutigen Generation, die Erinnerung an die Ereignisse von 1944 und ihre Bedeutung weiterzutragen.
Während der Gedenkfeier wurden die Namen der im vergangenen Jahr verstorbenen Veteranen des Verbandes verlesen. Nach einem Totengebet folgten der traditionelle Appell der Gefallenen und eine Ehrensalve.
Während des Warschauer Aufstands war Żoliborz weitgehend vom Stadtzentrum abgeschnitten und entwickelte sich zu einer eigenständig organisierten Enklave, die als „Republik Żoliborz“ bekannt wurde. Die Verteidigung des Stadtteils dauerte bis zum 30. September 1944. Rund 1.500 Soldaten der Heimatarmee gerieten nach der Kapitulation in deutsche Kriegsgefangenschaft.
IAR/jc