Tschechien würde Polen im Fall eines Angriffs im Rahmen von Artikel 5 des NATO-Vertrags helfen. Das hat der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš bekräftigt. Sein Land werde die Verpflichtungen zur kollektiven Verteidigung des Bündnisses einhalten, sagte er.
Babiš wurde nach jüngsten Äußerungen des slowakischen Regierungschefs Robert Fico gefragt. Fico hatte Artikel 5 mehrfach infrage gestellt und erklärt, er werde nicht zulassen, dass die Slowakei in einen Krieg gegen Russland oder einen anderen Staat hineingezogen werde.
Der tschechische Ministerpräsident wollte Ficos Aussagen nicht direkt kommentieren. Er betonte, Tschechien sei derzeit nicht unmittelbar bedroht. Seine Regierung habe keine Informationen darüber, dass das Land mit Drohnen oder Raketen angegriffen werden könnte.
Polen befinde sich wegen seiner Nähe zum Krieg in der Ukraine in einer anderen Lage, sagte Babiš. „Aber wenn irgendetwas geschieht, werden wir Polen selbstverständlich im Rahmen von Artikel 5 helfen“, fügte er hinzu.
Babiš erklärte außerdem, er habe keine Informationen vom Leiter des tschechischen Inlandsgeheimdienstes, Michal Koudelka, zu einer unmittelbar bevorstehenden Bedrohung erhalten. Koudelka hatte in einem Interview mit dem britischen „Guardian“ vor einer möglichen begrenzten russischen Invasion von NATO-Gebiet innerhalb von Monaten statt Jahren gewarnt.
IAR/jc