Im Interview sagte Kellogg, Wladimir Putin könnte mit dem Angebot, Diesel auf den amerikanischen und internationalen Markt zu liefern, weitere Ziele verfolgen. Moskau wolle damit seiner Ansicht nach die ukrainischen Angriffe auf die heimische petrochemische Infrastruktur eindämmen.
Der ehemalige US-Gesandte erklärte, die russische Führung versuche, sowohl die Ukraine als auch die USA dazu zu bewegen, auf eine Einstellung der Angriffe auf Ölraffinerien hinzuwirken. Kellogg betonte, dass er weder Putin noch Kirill Dmitrijew, dem Wirtschaftsbeauftragten des Kremls, vertraue. „Die Ukrainer werden das nicht tun. Sie werden ihre Angriffe fortsetzen, und das zu Recht. Es ist Krieg“, so Kellogg.
Kellogg verwies auch auf die Unterschiede zwischen den Zielen der Angriffe beider Seiten. Ihm zufolge greife die Ukraine Einrichtungen des russischen militärisch-industriellen Komplexes an, während Russland zivile Infrastruktur, darunter Schulen und Kirchen, ins Visier nehme. Die ukrainischen Angriffe trügen dazu bei, den Krieg nach Russland zu tragen, sagte Kellogg. Zudem äußerte er Zweifel daran, dass die russische Armee den noch nicht besetzten Teil der Region Donezk einnehmen könne.
Keith Kellogg ist ein pensionierter US-General. Im November 2024 wurde er von Donald Trump zum Sondergesandten für die Ukraine und Russland ernannt. Er vertrat eine gegenüber Kiew aufgeschlossene Haltung und hat das Vorgehen Russlands kritisiert. Seine Rolle bei den Friedensverhandlungen wurde vom Weißen Haus schrittweise eingeschränkt.
Trump verteidigt Vereinbarung mit Putin
Kelloggs Äußerungen fielen in eine Auseinandersetzung über eine Vereinbarung zu russischen Diesellieferungen auf den US-amerikanischen und den Weltmarkt. Donald Trump verteidigte die Absprachen mit Putin und kritisierte zugleich Wolodymyr Selenskyj. Er warf dem ukrainischen Präsidenten vor, die Stabilisierung der Weltmärkte zu erschweren. Dies betreffe unter anderem die Versorgung der Landwirtschaft und des Verkehrs.
Trump behauptete, Selenskyj habe mehrfach die Möglichkeit gehabt, den Krieg zu beenden, sich jedoch nicht auf eine Vereinbarung eingelassen. Zudem deutete er erneut an, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten wählen sollte.
Rz/ps