Die Ukraine nimmt ihre Angriffe auf russische Raffinerien wieder auf. „Das Verbot (von Angriffen auf Raffinerien) ist aufgehoben. Wir haben genug“, erklärte Selenskyj in dem Interview, über das ukrainische Medien am Donnerstag berichteten. Der Präsident betonte, die Ukraine habe drei Tage lang auf Angriffe auf russische Energieanlagen verzichtet, um der Bitte Washingtons nachzukommen. Russland habe unterdessen seine Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine fortgesetzt und in der vergangenen Woche mehr als 100 Zivilisten getötet, schrieb das Portal RBK-Ukraine unter Berufung auf Selenskyjs Interview.
Dem Bericht zufolge habe das ukrainische Militär trotz der Angriffspause keine Warnungen der USA vor dem Abschuss ballistischer Raketen erhalten. Zugleich habe Starlink im ganzen Land langsamer funktioniert. Dadurch seien sowohl die Einsätze an der Front als auch ukrainische Angriffe mittlerer Reichweite auf russische Militärziele hinter der Frontlinie erschwert worden.
Nach Angaben Selenskyjs hätten US-Partner die ukrainischen Streitkräfte ausdrücklich gewarnt: Sollten die Angriffe auf Energieanlagen nicht eingestellt werden, werde der Austausch von Geheimdienstinformationen ausgesetzt. Später sei Kiew gegenüber der Ausfall als technische Störung dargestellt worden.
Selenskyj schloss nicht aus, dass die Ukraine auf Angriffe gegen russische Energieanlagen verzichten könnte, selbst wenn Russland seine Angriffe fortsetze. Voraussetzung dafür wären jedoch zusätzliche Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme, berichtete RBK-Ukraine.
Nach Einschätzung der „Financial Times“ sei die derzeitige Krise in den Beziehungen zwischen Kiew und Washington die schwerste seit Februar 2025. Damals hatten US-Präsident Donald Trump und sein Team Selenskyj im Oval Office öffentlich zurechtgewiesen.
Hauptgrund für die Spannungen sind die Angriffe auf russische Raffinerien. Trump macht sie für den weltweiten Anstieg der Dieselpreise verantwortlich. Gleichzeitig hat das US-Finanzministerium den Markt für russischen Diesel geöffnet. Die Ukraine bezeichnet die Vereinbarung als unfair.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober konnten die Starlink-Terminals auf ukrainischen Drohnen nur noch bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde eine Verbindung aufrechterhalten. Am selben Tag hat Russland einen massiven Angriff auf die ukrainische Energieversorgung gestartet. Selenskyj bezeichnete dies als beispiellosen Ausdruck mangelnden Respekts Moskaus gegenüber den USA, berichtete RBK-Ukraine.
IAR/PR/ps