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Desinformation in Polens Justizstreit: "50.000 falsche Beiträge in drei Tagen"

06.11.2026 11:39
NASK hat rund um die Ereignisse am Verfassungsgericht 36 koordiniert agierende automatisierte Konten entdeckt. Binnen drei Tagen verbreiteten die untersuchten Konten mehr als 50.000 falsche Beiträge.
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Bild:Foto: casimiro PT/Shutterstock

Das polnische Analysezentrum für Desinformation NASK hat im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen rund um das Verfassungsgericht 36 automatisierte Konten identifiziert, die koordiniert agierten. Wie das Digitalministerium mitteilte, wurden insgesamt fast 100 zentrale Social-Media-Konten sowie knapp 6.000 weitere Konten ermittelt, die vor allem auf der Plattform X falsche Inhalte verbreiteten.

Emotionale Inhalte mit polarisierender Wirkung

Der Höhepunkt ihrer Aktivität fiel auf die Nacht zum 31. Oktober sowie den 1. und 2. November. In diesem Zeitraum verbreiteten die Konten mehr als 50.000 falsche Beiträge. Das entsprach zehn Prozent aller Beiträge, die von ihnen im vergangenen Quartal veröffentlicht wurden. Einige der automatisierten Konten bestehen seit fast zehn Jahren und wurden in den vergangenen Tagen besonders aktiv. Sie veröffentlichten emotionale Inhalte mit stark polarisierender Wirkung. Alle identifizierten Konten wurden den Plattformbetreibern zur Moderation gemeldet.

Zu den wichtigsten verbreiteten Narrativen gehörten laut Ministerium Angriffe auf das Vertrauen in öffentliche Institutionen, insbesondere Polizei und Regierung. Weitere Beiträge suggerierten eine Einmischung Deutschlands, Russlands oder der Europäischen Union in die Vorgänge am Verfassungsgericht. Zudem wurde behauptet, russische Geheimdienste hätten den polnischen Präsidenten über die Ereignisse am Gericht informiert.

Projekt eines strategischen Rahmens gegen Desinformation

Die Befunde wurden bei einer Sitzung des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation vorgestellt. Dort präsentierten die Teilnehmer auch einen Entwurf für einen strategischen Rahmen gegen Desinformation. Das Dokument beschreibt Ziele und Umfang der geplanten Maßnahmen und soll nun von den zum Zentrum gehörenden Einrichtungen begutachtet werden. Zuvor waren Diagnose und Bedarf mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen erörtert worden.

„Die Widerlegung falscher Narrative, die häufig von externen Akteuren inspiriert werden, muss gut koordiniert, regelmäßig und transparent erfolgen“, sagte der Vorsitzende des Zentrums und stellvertretende Digitalminister Paweł Olszewski. Er verwies auf die Notwendigkeit eines schnellen Informationsaustauschs und laufender Reaktionen.

Geplant sind regelmäßige Treffen mit Medien und Nichtregierungsorganisationen. Zudem soll eine Internetseite Berichte, Materialien und zentrale Falschnarrative bündeln. Nutzer sollen dort auch mutmaßlich desinformierende Inhalte melden können.

PAP/adn

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