Polen will keine Soldaten nach Grönland entsenden. Das sagte Premierminister Donald Tusk am Donnerstag und wies damit Spekulationen zurück, Warschau könne dem Beispiel anderer europäischer Staaten folgen, die ihre Präsenz auf der Insel ausbauen. Polens Militär könne an gemeinsamen Ausbildungsmissionen in der Region teilnehmen, werde jedoch nicht operativer Natur sein.
Zugleich warnte Tusk vor einer Eskalation: Eine militärische Intervention der USA auf Grönland oder ein Versuch, Territorium eines Nato-Partners zu übernehmen, wäre nach seinen Worten eine „Katastrophe“ und würde die bisherige internationale Ordnung erschüttern. Angesichts der Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump könne man „leider keine Szenarien“ vollständig ausschließen, sagte Tusk.
Der Regierungschef kündigte an, sich für europäische Geschlossenheit einzusetzen. Polens Sicherheit hänge unmittelbar von der Stabilität der EU und der Solidarität der europäischen Nato-Mitglieder ab. Sollten die transatlantischen Beziehungen als Fundament des Westens dauerhaft Schaden nehmen, müsse Europa seine Sicherheitsarchitektur mit verlässlichen Partnern weiterentwickeln.
Hintergrund sind Ankündigungen aus Kopenhagen und Nuuk: Dänemark und Grönland erklärten, Dänemark und Nato-Staaten verstärkten ihre Präsenz auf der Insel über Übungen in enger Abstimmung mit Bündnispartnern. Mehrere Länder – darunter Schweden, Norwegen, Deutschland und Frankreich – wollen dafür Soldaten entsenden.
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