Deutsche Redaktion

Vom Schlagerstar zum Widerstandskämpfer: Polen erinnert 2026 an Mieczysław Fogg

19.01.2026 10:26
Polen wird im Jahr 2026 mit einer Reihe von Konzerten, Ausstellungen und Sonderprojekten an den legendären Sänger Mieczysław Fogg erinnern. Das Parlament hatte bereits im September beschlossen, 2026 offiziell zum „Jahr Mieczysław Foggs“ zu erklären. Seine Lieder gelten bis heute als fester Bestandteil der polnischen Kulturgeschichte.
Whrend der Besatzungszeit engagierte sich Fogg im Widerstand. Unter dem Decknamen Ptaszek trat er whrend des Warschauer Aufstands als Snger auf und untersttzte jdische Freunde.
Während der Besatzungszeit engagierte sich Fogg im Widerstand. Unter dem Decknamen „Ptaszek“ trat er während des Warschauer Aufstands als Sänger auf und unterstützte jüdische Freunde.PAP/CAF/Jan Tymiński

Fogg gilt als eine der prägendsten Stimmen der polnischen Musik des 20. Jahrhunderts. Sein lyrischer Bariton machte Lieder wie „Ta ostatnia niedziela“ („Der letzte Sonntag“) zu Klassikern, die bis heute eng mit der kulturellen Identität Warschaus verbunden sind. Der Musikhistoriker und Festivaldirektor Wojciech Dąbrowski bezeichnete Fogg als „Unterhaltungsphänomen und eine der größten Ikonen der polnischen Liedkunst“.

Der Sänger begann seine Karriere in der Zwischenkriegszeit und blieb seinem Stil über mehr als sechs Jahrzehnte treu. Er trat bis zu seinem 86. Lebensjahr auf und galt zeitweise als ältester aktiver Profisänger der Welt. Insgesamt nahm Fogg rund 2.000 Lieder auf, verfügte über ein Repertoire von mehr als 3.000 Titeln und gab Schätzungen zufolge rund 16.000 Konzerte im In- und Ausland.

Weniger bekannt, aber von großer historischer Bedeutung ist Foggs Rolle während des Zweiten Weltkriegs. Er war im polnischen Untergrund aktiv und trat während des Warschauer Aufstands 1944 mehr als hundertmal für Aufständische und Zivilisten auf. Zudem half er Juden während der deutschen Besatzung Polens – ein lebensgefährliches Engagement, da jede Hilfe mit dem Tod bestraft werden konnte. Für dieses Handeln wurde Fogg 1989 von Yad Vashem mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Im Rahmen des Gedenkjahres 2026 sind unter anderem eine große Ausstellung im Museum der Geschichte Polens, Neuauflagen historischer Aufnahmen auf 10-Zoll-Vinyl sowie zahlreiche Konzerte geplant. Ein Höhepunkt soll erneut das landesweite Mieczysław-Fogg-Retro-Liedfestival im September werden.

Fogg starb 1990 im Alter von 89 Jahren. Er ist auf dem Bródno-Friedhof in Warschau begraben. 


IAR/jc

Mieczysław Fogg – Sänger, Widerstandskämpfer und „Gerechter unter den Völkern“

03.09.2025 10:33
Am 3. September 1990 starb Mieczysław Fogg, einer der bedeutendsten polnischen Sänger des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er durch Lieder wie „Tango Milonga“, „Ostatnia niedziela“, „Jesienne róże“ und „Pieśń o matce“. Während der deutschen Besatzung unterstützte Fogg Freunde jüdischer Herkunft, wofür er 1989 posthum mit der Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde.